Beiträge von DorSachse

    Hallo in die Runde,
    ich will am kommenden Freitag (4.7.) im Rahmen einer kleinen Präsentation zeigen, was man auch heute noch mit Funk unterhalb 30Mhz alles machen kann. Dazu wird es eine kleine AFU-Station mit digitalen Betriebsarten geben und ich überlege die ganze Zeit, ob man auch einfach mal auf eine "Geheimdienstfrequenz" schaltet und den Anwesenden akustisch vorführt, was es da noch gibt - sofern es da noch was gibt.


    Mein Problem: ich habe davon NULL Ahnung! Ich kenne weder Frequenzen, noch Sendezeiten und wenn man unter diesen Voraussetzungen das Forum hier liest, ist man nicht wirklich schlauer :-) Das geht ja bei den ganzen Begrifflichkeiten und Abkürzungen los und hört bei Modulationsverfahren auf, die ich noch nie gehört habe.


    Deshalb die Frage: gibt es im Bereich unter 30Mhz ZUVERLÄSSIGE Sender (Zahlensender oder sonstige Dinge mit Sprache), die man an einem durchstimmbaren TRX und einer 40m langen FD4-Antenne mal vorführen kann? Es geht um die Zeit nach 18.00 Uhr MESZ bis in die frühen Morgenstunden den 5.7.


    Kann mir da jemand ein paar Hinweise geben? Wie gesagt: NULL Ahnung, ich bin zwar Funkamateur, tobe mich aber mit Begeisterung auf Frequenzen ab 1,3Ghz bis 47Ghz aus und muß "an die Hand genommen" werden.


    73's, DorSachse

    Mich würde interessieren, ob die Daten auch mit der Beamfinder-Funktion bestätigt wurden? Wir arbeiten ja schon seit Jahren an diesem System in DL, weil einfach die flächendeckende Verteilung von PP-Installationen fehlt und deshalb MLAT nicht geht. Oft hat man aber durch falsche ID's bzw. Dopplungen vollkommen "irre" Beamfinder, obwohl man das recht einfach prüfen kann (immer nur eine einzige Eintragung in der Config-Datei und dann Flieger mit bekannter Position anklicken - bei korrekten Einstellungen muß der Beam dann das Flugzeug treffen und verfolgen). Ich bin dazu vor über einem Jahr mal mit Meßtechnik (RTL-Stick) und Software (SISEX) durch Sachsen und das südliche Brandenburg gefahren. Sowohl Döbern als auch Gleina haben sich damals als untauglich erwiesen, weil die Pulsraten dynamisch wechselten und man keine konstanten Daten erhielt. Im Gegensatz dazu funktionierte das Radar am Fliegerhorst Holzdorf recht gut, die Reichweite ist jedoch gering. Vielleicht kann das mal jemand verifizieren:


    ZZ 0.011430 51.7725 13.1635 14.388
    ZZ 0.011431 51.7725 13.1635 14.388

    Moin,
    da hast Du offenbar das System hinter PP noch nicht richtig erörtert; PP ist ein Stück Software zur Teilnahme an einem Netzwerk Gleichgesinnter. Jeder Teilnehmer (PP-Nutzer) füttert dabei das Netzwerk mit seinen Daten, der Zentralserver bereitet das auf und sendet dann wiederum Daten an Dich zurück. Somit kannst Du auch Flugzeuge angezeigt bekommen, obwohl Du gar keinen eigenen RX hast; dann bist Du eben nur Nutznießer dieses Netzwerkes und lieferst nicht selber Daten. Diesen Status verlierst Du aber nach der Testphase und danach kostet das entweder Geld oder aber Du hast dann doch einen eigenen RX und fungierst damit als "Bodenstation". Wer eigene Daten an das PP-Netz liefert, bekommt die auch von dort ohne weitere Kosten.

    ...die Zeiten von Schnäppchen auf Flohmärkten ist doch schon Jahre Vergangenheit, da muß man sich nichts vormachen. Die Typen dort sind in der Regel gewerbliche "Flohmärker" und das tut den Preisen nicht gut. Oft haben die auch keine Beziehung zu dem Kram, dann bleibt es eben im Regen stehen. Trotzdem - schließe nicht von solchen Erlebnissen auf eine ganze Hobbygilde, es geht auch viel besser. Wer echtes Interesse hat, der suche sich via www.darc.de einen Ortsverband in seiner Nähe und dort sollte man einfach mal hingehen. Passt es nicht, sucht man sich einen anderen OV oder man bleibt ganz ohne diese Vereinsstruktur.

    ...es ist im Zeitalter natürlich schwer zu vermitteln, warum man eine schriftliche Prüfung bei einer Behörde ablegen und sich dann für einige große Scheine einen Transceiver kaufen soll, nur um mit fernen Ländern zu kommunizieren. Ein nicht -lizensierter Bekannter fragte mich neulich beim Besuch auf dem Berg während eines UKW-Contest: "wieso rufst Du den nicht einfach an?"


    Genau das ist halt der Punkt: es geht mir persönlich (!) nicht um das Gespräch und dessen Inhalt, sondern einzig und allein um den Fakt, dass ich in der Lage bin, ohne kommerzielle Netzbetreiber Verbindungen von A nach B aufzubauen. Die dafür verwendeten Antennen sind alle Eigenbau, die Sende/Empfangstechnik ist kommerziell. Im Contest werden tatsächlich nur kurze Zahlenkolonnen ausgetauscht, das mag "stupide" klingen. Aber es ist für mich bzw. uns der Beweis, dass die Kommunikation zu Stande gekommen ist. Um über das Wetter zu reden, kann man dann wirklich das Telefon nehmen.


    Die Kommerzialisierung der Funktechnik ist einfach dem technischen Fortschritt geschuldet. Im Zeitalter immer knapper werdenden Frequenzressourcen und erheblichem "Elektrosmog" im Äther muß man schon ganz tief in die Trickkiste greifen, um nutzbare Geräte zu entwickeln. Der Absatzmarkt ist aber vergleichsweise klein (wenn man das z.B. mit Stereoanlagen oder Flatscreen-TV's vergleicht), so dass diese Preise entstehen. Wobei das auch viel billiger geht: man nehme als Einsteiger einfach einen FT817 von Yaesu, den kann man von 160m-70cm auf allen Bändern nutzen und notfalls Dank der internen Akku's auch um die Schulter hängen und portabel arbeiten - und das alles für deutlich unter 1000€. Mit dem Gerät wird man sicher keinen Contest gewinnen, man ist aber "dabei" - und das auf allen gängigen Bändern!

    ...es kommt doch immer darauf an, was man draus macht. Ich bin in einem sehr aktiven OV organisiert und von den Neulingen ist keiner zu uns und zur Lizenz gekommen, weil er auf einem 2m-Relais mitreden wollte. Mich persönlich reizen die Ausbreitungsbedingungen ab 50Mhz aufwärts und was man da mit vergleichsweise wenig Aufwand machen kann. Auch engagiere ich mich sehr für UKW-Contest, wobei das nicht jedermann's Sache ist - aber man muß ja nicht am Contest teilnehmen, um auch abzurechnen; man kann ja schlicht die extrem hohe Aktivität auf den UKW-Bändern nutzen, um sich an DX zu versuchen. So hatte ich letzte Woche nach 21 Jahren Lizenz den ersten Kontakt von DL nach OH auf 144Mhz - das vergisst man nicht wieder, sowas macht richtig Spaß und schon allein für solche Momente lohnt eine Lizenz.

    PP ist eine Anzeigesoftware für den heimischen PC, deren Funktionalitäten mittlerweise Bücher füllt. Das kann man nicht in einem Satz beschreiben - "nahezu grenzenlos" kommt dem recht Nahe :-)
    Fakt ist: Du mußt etwas auf Deinem PC installieren und verbindest Dich dann mit einem zentralen Server. Von dort bekommst Du Anzeigedaten, dorthin schickst Du Anzeigedaten (sofern Du einen eigenen Empfänger hast). Was Du ansehen willst, bestimmst allein DU und niemand anderes (z.B. FR24). Die Software kostet einmalig Geld. Download hier:


    http://www.coaa.co.uk/planeplotter.htm


    Stabo-XR100 geht definitiv nicht für ADS-B, egal ob PP, FR24, ADSB-Scope und wie sie noch alle heißen. Du brauchst breitbandige Spezialempfänger, vom Billig-RTLSDR bis hin zum 1090Mhz-Beast ist für alle Preisklassen etwas dabei.

    Mal ein paar grundsätzliche Gedanken. FR24 ist eine schwedische Aktiengesellschaft, deren primäres Ziel der wirtschaftliche Erfolg ist. Wie die zu ihrem Geld kommen, ist aktuell noch nicht klar bzw. wird dies wohl im Verborgenen bleiben. Fakt ist, dass sie z.B. im Flughafenterminal von Stavanger in Norwegen die Daten auf einem Großbildschirm neben der An/Abflugtafel zeigen, was den Flughafen sicher Geld kostet. Wenn man die o.g. Preise für diese Radarboxen liest und ich sage, dass "meine" Box hier die Seriennummer 298 trägt, dann kann man sich in etwa vorstellen, was da an Geld bewegt werden muß. Offiziell gibt es die Boxen ja noch nicht zu kaufen, sämtliche jetzt in der Welt verteilten Anlagen sind GRATIS verteilt worden (Bewerbungsverfahren, Prüfung usw....), bei mir hat es 12 Wochen gedauert zwischen meinem Antrag und dem Öffnen des Paketes.


    Jetzt muß man aber wissen, dass FR24 in den AGB's zu den Gratisboxen vorschreibt, dass man mit diesen Boxen KEIN anderes System mit Daten füttern darf. Obwohl die Box einen RAW-Datenstream zur Verfügung stellt, darf man den nicht nutzen (Außnahme ist eine lokale Installation von Google Chrome mit dem nur dort funktionierenden "RadarView" als Plugin für die FR24-Website). Man ist also gezwungen, die Daten der (gesponsorten) Boxen ausschließlich an FR24 zu leiten und die machen dann damit, was sie wollen. Da die Boxen so konfiguriert sind, dass die sich selbständig bei FR24 anmelden und die Datenkommunikation aufbauen, wird FR24 sicher auch über diesen Weg remote auf die Boxen kommen und Änderungen auslösen können bzw. die Einhaltung der AGB's kontrollieren (connectete Clients neben FR24 lassen sich problemlos abfragen).


    Es muß halt jeder für sich entscheiden, ob er sich am FR24-Netz mit einem Radarcape beteiligen will. Wenn ja, liefert er die Daten an einen kommerziellen Dienst ohne Möglichkeit der Einflussnahme und vernünftiger Eigennutzung (wer nimmt schon Chrome mit FR24-Plugin???). Dafür würde ich kein Geld ausgeben, denn man ist somit Teil von FR24 und erhöht deren Profit (ggf. durch die Gebühren für die App-Nutzung auf Smartphones). Einziger "Benefit" ist, dass man ein kostenloses Premium-Abo von denen bekommt. Da FR24 aber in Schweden entscheidet, was auf der Website angezeigt wird, ist man auch hier nicht gut bedient. Wenn ich z.B. den RAW-Datenstrom der FR24-Box mit ADSBScope ansehe, dann habe ich eine Erfassung von umlaufend 250nM mit 150-200 Fliegern gleichzeitig. Filtere ich im gleichen Moment die FR24-Website nach "meiner" Box, sehe ich nur etwa 1/10 davon. FR24 behält sich somit vor, nach deren Kriterien anzuzeigen und die kenne ich nicht. Ich vermute, dass hier einfach nach Feldstärke gefiltert wird und die Box in der Anzeige "gewinnt", die das dickste Signal vom Flieger ABC liefert. Das ist gut so - nur hilft es daheim nicht, wenn man so eine Box betreibt und "seinen" Luftraum sehen will.


    Just am heutigen Tag ist PP in einer neuen Version erschienen und da gibt es einige Verbesserungen beim Betrieb von Raspberry's mit RTL-Sticks und den Zeitstempeln. Bev als PP-Entwickler scheint erkannt zu haben, dass er er dem FR24-Hype Paroli bieten muß und sein System schrittweise für autark arbeitende Kleinempfänger öffnen muß. Damit kann man dann tatsächlich "seinen" Luftraum einsehen und unterliegt keinerlei Filtern, die ein kommerzieller Anbieter in Schweden meint setzen zu müssen.


    Fazit: kaufen würde ich mir eine FR24-Box niemals, sofern dies auch mit diesen AGB's einhergeht, die den Sponsorgeräten beiliegen. Lieber würde ich da in ein Beast und ein RaspberryPi investieren, bis auf den fehlenden GPS-Empfänger hat man für deutlich weniger Geld die gleichen Funktionen. Ganz preiswert geht es mit RTL-Stick am RaspPi und wenn jetzt die Latenzproblematik des Zeitstempels in den Griff zu bekommen ist, kann man damit auc autark auf Bergen arbeitende ADS-B-RX' e installieren.

    Nunja, das Radarcape gibt es ja noch nicht zu kaufen, über den Preis kann man nur spekulieren. Planeplotter braucht aber keineswegs ein Radarcape für MLAT, das geht auch mit einfachen Mittel ala RTL-Stick, SBS oder eben dem (kaufbaren) Beast. Man muß bei PP halt einen PC mitlaufen lassen, auf dem ein NTP-Client für die richtigen Zeitstempel sorgt und man somit als "Groundstation" teilnehmen kann.


    Was willst Du denn zum Radarcape wissen, ich habe ein's im Regal liegen.

    ...ja, geht mir auch so. Ich war schwer begeistert von den technischen Möglichkeiten (gerade die Verfolgung der Euro1 beeindruckte) und ich will mir gar nicht vorstellen, was da auf den Administrationsmonitoren des FR24-Teams alles VOR den Filtern in welcher Qualität zu sehen ist. Sei's drum; offenbar steht die deutsche Luftwaffe noch nicht (komplett) auf der BARR-Liste und so konnte man gestern wieder Tornado's und Eurofighter über ganz DL sehen. Unterdrückt wird hingegen wohl die Flugbereitschaft der Regierung, man sieht diese Maschinen nicht mehr, obwohl die sogar aktiv Positionen senden (im PP sehr schön zu sehen).

    ...geht nun nur noch eingeschränkt!!! FR24 hat erklärt, seit dem Wochenende MLAT prinzipiell für alle Premium-User freizugeben. Verbunden ist dies aber mit einer "Vorauswahl" bzw. Maskierung von Fliegern, die sie empfangen, jedoch nicht/bedingt anzeigen. Aktuell hat es heute z.B. die GAF 10+25 erwischt, der selber aktiv gültige Positionen via ADS-B versendet und im PP angezeigt wird, bei FR24 der Flug aber NICHT auftauchte. Somit dürften die Anzeigen von AWACS, Eurofight & Co ein Ende haben; man hat bewiesen, dass es technisch sehr gut funktioniert, um es sich jetzt im Dauerbetrieb nicht mit den Sicherheitsbehörden dieser Welt zu verscherzen. Basis der Filterei ist die "BARR"-Liste:

    ...die Maschine dreht seit Stunden ihre Runden über Niedersachsen. Interessant ist die Genauigkeit zwischen 270° und 180°, was auf eine gute Erfassung mit geeigneten Empfängern schliesen lässt. Mit den Daten lässt sich offenbar eine sehr präszise Positionsbestimmung durchführen, anders sind die fast deckungsgleichen Spuren nicht zu erklären. Respekt!!!

    Dateien

    • AWACS.JPG

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    Vielen Dank für den Link,
    die Seite muß man sich aber wohl ausdrucken und mehrfach lesen, bis man wirklich versteht, was da in welcher Reihenfolge und in welchen zu installierenden Tools einzustellen ist.


    Ich bin registrierter Skimmer-Nutzer und es gelingt mir trotzdem nicht, vom Autor eine Auskunft zu bekommen, ob er an einer Implementierung der RTL-Dongles arbeitet. Das wäre eine tolle Sache.


    Genutzt werden soll das auf 144Mhz, da dies bei mir die ZF für Ghz-Bänder im AFU ist. Somit könnte ich zur Bandbeobachtung einen RTL-SDR am Skimmer betreiben. Wichtiger noch wäre es für mich aber im 50Mhz-Bereich, um einfach den Bakenbereich auf 6m komplett "zu sehen" und auch decodieren zu lassen. Eine CAT-Steuerung benötige ich nicht, es geht tatsächlich nur um Decodieren der Bakensignale in einem möglichst weiten Bereich. Der RTL-SDR arbeitet auf 50Mhz ja noch direkt ohne Upconverter (den ich jedoch auch habe).

    Heute gab es für mich eine Premiere bei FR24; zum ersten Mal habe ich das dortige MLAT-System angeschaut und dabei auch gleich einen Glückstreffer gelandet: die EURO1-Drohne, welche tatsächlich angezeigt wurde. Zwar hatte sie 0ft Altitude (im parallel laufenden PP waren es 51500ft), das war mir aber erst einmal egal. Beim Rauszoomen sah ich dann auch noch A9C-HAK, die Regierungsmaschine aus Bahrain, deren wahre Position recht gut mit der virtuellen Eintragung harmonierte; ein Blick aus dem Fenster reichte und man sah die Kondensstreifen der weißen 747SP-Z5.
    Gegen 13:00 konnte man im FR24 dann auch noch "RRR2101" über Sachsen bewundern, wobei sich hinter der Flugnummer die ZA148 (Vickers VC-10 K3) der Royal Air Force verbarg. Von dem Typ sollen noch ganze 6 Maschinen im Einsatz sein und im September 2013 abgestellt werden.


    Ich bin gespannt, wie das bei FR24 weitergeht. Die von dort verteilten "Spezialempfänger" scheinen ihre Arbeit gut zu tun. Was jedoch tatsächlich empfangen und später über die Website angesehen werden kann, bleibt das Geheimnis vom FR24-Serverbetreiber. Im PP hat man ja wenigstens noch die Kontrolle auf dem eigenen Schirm, bei FR24 geht alles erst einmal zu deren Servern und sicher gibt es dort Manipulationsmöglichkeiten. die logischerweise auch genutzt werden (sollten).

    Dateien

    • FR24_Euro1.jpg

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