Breisach: BND-Horchposten / Peiler

  • Hallo Leute,
    wir waren jahrelang blind :P
    Nördlich von Breisach gibt es eine Einrichtung des BND:
    GE: 48° 3'35.03"N 7°34'56.67"E
    Das Hauptgebäude ist umzäunt, links befindet sich eine Kreisantennenanlage, eigentlich in der jeder Himmelsrichtung, wenige hundert Meter
    um das Gebäude herum, gibt es Antennen und ähnliches.


    Die Anlage muss also noch aktiv sein. Laut Stellenausschreibung der Südfruchtfirma aus Pullach suchen die für den Standort Leute:


    Staatlich geprüfter Techniker (m/w) - Fachrichtung Elektrotechnik
    Geräteüberwachung
    Gerätekonditionierung
    Geräteansteuerung
    PLZ 77... und 79...


    PLZ 77... steht für Rheinhausen/Rust (Ionosphäreninstitut)
    PLZ 79... steht für Breisach 8)


    Was meint ihr?!


    (ich habe keine Ahnung wie man hier Google-Maps oder ähnliches mit dieser Seite verlinkt, sorry...)

  • (Ich war mal so frei und habe deinen Beitrag abgehängt damit er zur neuen Foren-Struktur passt)


    Bob!


    Ich sag es mal so: :thumbsup:


    Ich habe vor einiger Zeit auch die beiden Postleitzahlen gesehen, mir aber nichts weiter dabei gedacht - die Stellenanzeigen sind ja manchmal etwas merkwürdig.
    Was du hier gefunden hast ist das "ursprüngliche" Ionosphäreninstitut das von den Franzosen übernommen wurde. Der Standort Rheinhausen (mit den Schüsseln) kam wohl erst später dazu.
    Das lustige an der Sache: ich war dort schonmal und kann mich jetzt auch wieder vage an den Antennenwald erinnern, allerdings ist der Besuch schon 10 Jahre her, deswegen konnte ich mich nicht mehr an die Örtlichkeit erinnern und dachte das es im Ausland gewesen sein...
    Dort steht so einiges an Antennen rum, es gibt sogar 3 Kreisgruppenantennen (zwei westlich der Gebäude, eine östlich einzeln zwischen den Feldern).
    Jetzt ergibt auch die RiFu-Strecke in Rheinhausen einen Sinn, die Richtung müsste nach Breisach passen, 8) .


    Wer ist in nächster Zeit im Süden unterwegs? :D

  • Hmm, wie gesagt, mein Besuch ist einige Zeit her...sonderlich "gepflegt" sieht die Liegenschaft nun nicht aus, andererseits gibt es sicherlich einen Grund warum in den Stellenangeboten die Postleitzahl genannt wird. Wo hast du denn gelesen das die Anlage aufgelassen wurde?
    (Edit: die Quelle für die Location und die Auflassung in den 90ern habe ich nun auch gefunden - leider nur ein Foren-Beitrag in einem anderen Forum).

    Spionage ist eine streng verbotene Notwendigkeit

    The post was edited 1 time, last by rx0 ().

  • Hier aktuelle Bilder aus Breisach!
    Die Antennen sind abgebaut, die verschiedenen Betriebsgebäude für die verschiedenen ehemaligen Antennenplätze (6 Gebäude) scheinen inzwischen Privatnutzer zu haben.
    Das Hauptgebäude wurde geheizt, es brannte Licht und ein PKW stand vor der Tür.
    An der Klingel stand "Läuten". Ich habe also geläutet und wartete gespannt auf eine Antwort, es kam aber keine. Nochmal auf die Bimmel gedrückt, nichts.
    Kurz darauf zeigte sich eine Person hinter der BfsT-typischen Jalousie mit Feldstecher, mehr passierte nicht.
    Wer aktueller Nutzer des Gebäudes ist, bleibt damit unklar.


    Betriebsgebäude 01.jpg


    48° 3'25.62"N 7°34'57.34"E
    Das Betriebsgebäude mit grossem Zaun. Dort wird in inzwischen Holz gelagert.


    Betriebsgebäude 02.jpg


    Das gleiche Betriebsgebäude von der Seite. Alle diese Gebäude waren gleicher Bauart und verfügten über
    Klimaanlage.


    Betriebsgebäude 03.jpg


    Die beiden Betriebsgebäude, östlich vom Hauptgebäude
    48° 3'30.62"N 7°35'13.61"E

  • Fundament 01.jpg
    Fundament einer weiteren ehemaligen Antennenanlage 48° 3'32.22"N 7°34'45.34"E
    Brücke.jpg
    Das ehemalige Antennefeld konnte nur über eine Brücke erreicht werden.
    Interessant ist der Kabelschaft im Vordergrund der Brücke.
    Die Brücke befindet sich hier 48° 3'33.05"N 7°34'46.29"E


    Sockel 03.jpg
    Ein weiteres ehemaliges Antennenfeld südlich des Hauptgebäudes 48° 3'32.39"N 7°34'56.79"E
    Sockel 02.jpg
    Sockel 01.jpg
    Ein gleiches Feld gab es auch nördlich des Hauptgebäudes 48° 3'39.16"N 7°34'56.04"E

  • Wow, danke Bob! :thumbsup:
    Genau die Location die ich im Kopf hatte, vor 10 Jahren sah es dort aber noch mächtiger aus (mit dem Antennenwald). Was das Hauptgebäude angeht bin am rätseln - welches Kennzeichen hatte denn das Auto?
    Das Gebäude sieht nämlich recht gepflegt aus, und auch das du mit dem Feldstecher angeschaut wirst würde mich bei einer komplett aufgelassenen Liegenschaft wundern. Wer sowas privat nutzt würde ja auch mal an die Klingel gehen und antworten (es sei dann man lebt zurückgezogen - dafür steht aber ein unpassenden Auto vor der Tür). Und immerhin gab es ja auch noch Stellenanzeigen mit genau diesem PLZ-Bereich.
    Da ist wohl noch etwas Recherche nötig.


    Zum Turm: hier waren - meiner Erinnerung nach - Antennen installiert; diesen Turm gab es wohl auch schon zu der Zeit in der das Institut noch nicht zum BND gehörte (sondern zur Uni Freiburg/Bundespost).

  • hallo rx0,
    es war ein freiburger kennzeichen.
    auf mich machte das hauptgebäude einen, nennen wir es mal, "undurchsichtigen" eindruck.
    wollte einfach frech fragen, ob diese liegenschaft in privater hand ist - die antwort war ein mann mit feldstecher....
    da kann man sich nun denken was man will!
    auf jeden fall muss das in der vergangenheit eine riesenanlage gewesen sein.
    antennen auf dem turm, das gefühl hatte ich auch.
    vielleicht wird das hauptgebäude als eine art "backup" benutzt oder eine technische art von auswertung. dafür fehlen mir aber die klassische überwachung des geländes - alles reine spekulationen :P
    auf jeden fall komisch, dass überall die jalousien runter sind....
    Licht.jpg
    licht ist an....

  • Zum Turm gibt es folgendes, hier ein Auszug aus dem Buch: Kampf an neuen Fronten von Eric Gujer:


    [quote]Als Manfred Schüler, Leiter des Bundeskanzleramtes unter Helmut Schmidt, den Standort Breisach der Abteilung 2 besuchte, stiess er bei dem Rundgang auf dem Gelände auf einen seit Jahren nicht mehr benutzten Holzturm. Das Ionosphäreninstitut der Universität Freiburg, eine Art Think Tank für den BND, hatte ihn für Experimente mit Laserstrahlen gebraucht. Schüler liess sich den Turm aufschliessen und fand dort zwischen Spinnenweben und alten Fachzeitschriften ein Telefon. Der Staatsminister nahm der Hörer ab - und der Apparat funktionierte.
    Schüler rief seine Frau an und sagte ihr, er breche seinen Besuch vorzeitig ab. Dann warf er wutentbrannt den Hörer auf die Gabel und drohte den verdatterten Geheimdienstleuten, er werde die Einrichtung in Breisach schliessen lassen. Schüler kannte die hohen Investitionen für die technische Aufklärung, und er wollte dafür mehr sehen als Holztürme voller Spinnenweben/quote]

  • Interessant, daß ich über dieses Forum und speziell diesen Thread erst jetzt gestolpert bin...


    Der Beitrag in einem anderen Forum über die Anlage scheint wohl dieser hier zu sein:
    http://www.mikrocontroller.net/topic/148150#1383450
    Wenn ja, dann stammte er von mir.


    Bin schon lange nicht mehr dort gewesen, obwohl ich öfters in der Nähe vorbeifahre.


    Bzgl. der weiter oben erwähnten Kreisgruppenantennen:


    Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, daß es auf den Feldern um die Anlage herum
    Bewässerungssysteme gibt, bei denen ein Irrigatorwägelchen auf einem Kreis herumfährt.
    Die Fahrspuren sind in Google Earth sichtbar; nur damit es zu keinen Verwechslungen
    mit kreisförmigen Antennengebilden kommt.


    Was es Anfang der 90er definitv dort gegeben hat, waren Logper-Antennen.
    An einzelne, abgespannte Masten kann ich mich auch noch erinnern; an
    ganze Antennenkreise allerdings nicht (mehr).


    Etwas südlich von Breisach, in dessen Ortsteil Hochstetten standen übrigens auch
    hohe Stahlgitter-Antennenmasten mit Yagi-Antennen drauf. Ich weiß nicht, ob
    diese auch zum Ionosphäreninstitut gehörten oder ob sie einem anderen Zweck
    dienten. Die vage Verbindung zwischen den beiden kam durch die Aussage eines
    Bekannten zu Stande, der dienstlich mit der Instandhaltung von behördlicher
    Funkausrüstung zu tun hatte.


    In den 90er-Jahre bin ich einmal an einer der Antennenanlagen beim Institut selbst
    vorbeigelaufen. Die Antennen waren mit einem Holz-(Jäger-)zaun eingezäunt und
    es gab Schilder auf denen etwas von "Wehrbereichsverwaltung" o. ä. stand und
    die das Fotographieren und die Benutzung von Funkgeräten (?) verboten.
    Vom Gebäude aus zeigten Überwachungskameras in Richtung der Antennen.


    Ende der 90er hatte ich für kurze Zeit einmal beim örtlichen Energieversorger
    gejobbt und dabei in dessen Schaltwarte gesehen, daß das Institut mit einer
    eigenen 20kV-Leitung versorgt wurde und dessen Strombedarf immerhin groß
    genug war, als das er im Versorgungsnetz namentlich aufgeführt wurde.