Augsburg: Fernmeldestelle Süd der BW / BND-Deckname DREHPUNKT

  • Die Anlage bleibt auch die nächsten Jahre Aktiv im Dienst. Laut einer Quelle, wird derzeit die Technik wieder Aktualisiert.
    Mehr rückte er aber nicht raus. Ich werd mal schaun, ob ich mehr Infos herbekomme.

  • Die Anlage bleibt auch die nächsten Jahre Aktiv im Dienst. Laut einer Quelle, wird derzeit die Technik wieder Aktualisiert.
    Mehr rückte er aber nicht raus. Ich werd mal schaun, ob ich mehr Infos herbekomme.

    Das würde mich auch mal interessieren, was da denn aktualisiert wird...

  • Moin,


    sichtbar ändert sich da nichts. Ich habe aber von einem Spezialhändler im Bereich der Funktechnik (der sehr oft Geräte mit "BUND"-Inventaraufkleber im Sortiment hat) aber zwitschern hören das er eine größere Lieferung aus dem Drehpunkt erwartet - vermutlich wird also die Funktechnik einfach mal wieder auf den aktuellsten Stand gebracht.

  • Quote

    vermutlich wird also die Funktechnik einfach mal wieder auf den aktuellsten Stand gebracht.


    Oder einfach mal das entsorgt, was schon lange nur noch ungenutzt aufsteht ;-)


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  • Quelle: Augsburger Allgemeine


    Ob man von diesem Vorfall auf die Eigensicherung anderer Liegenschaften schließen kann? :icon_lol_1:

  • Anscheinend wird das Gelände auch von anderen Personen frequentiert:


    Quote

    Mehrere Leute schlugen sich am Freitagabend auf dem Gelände der sogenannten Radarstation in Gablingen durchs Unterholz. Wie sich herausstellte, frönten sie ihrem Hobby, dem sogenannten "Geocaching". Auf gut deutsch: Schnitzeljagd mit Navigationshilfe. Gegen 22 Uhr bemerkte die Besatzung eines Streifenwagens der Polizeiinspektion Gersthofen mehrere geparkte Autos mit auswärtigen Kennzeichen bei der Radarstation. Die Beamten stellten fest, dass sich mehrere Personen auf dem Gelände befanden. Sie schlugen sich - teilweise in Militärkleidung - durch das Unterholz. Es stellte sich heraus, dass sie durch ein Loch im Zaun eingestiegen waren, um ihrem Hobby nachzugehen. Was die Eindringlinge nicht bedacht hatten: Bei der Radar-Station handelt es sich um einen militärischen Sicherheitsbereich. Nun ergeht gegen die "Schnitzeljäger" Anzeige wegen Hausfriedensbruchs.


    Quelle: Augsburger Allgemeine


    Seid ihr sicher, dass das Gelände nicht schon lange unbenutzt ist? :icon_rolleyesnew_1:

  • Die "Radarstation" ist immer noch in Nutzung. Fahr mal an einem Werktag zur Einfahrt der Fernmeldestelle, dann wirst du dort sicher nett empfangen. Das Gelände ist aber so groß das nur die relevanten Bereiche überwacht werden (Betriebsgebäude im Südwesten + Antennefeld). Der US-Rest und die ganz alten Schuppen werden nicht mehr überwacht, warum auch?

  • Die Anlage spielt wohl abgesehen von der Peilfunktion vermutlich noch eine viel größere Rolle als bisher bekannt war. In unmittelbarer Nähe verlaufen nämlich mehrere Kommunikationskabel, eine Tatsache, die der schweigsame Dienststellenleiter von Gablingen im NSA-Untersuchungsausschuss mit den Worten "das ist erstaunlich" quittierte.


    Auch zu US-Zeiten war die Rolle der Field-Station wohl universeller als man anhand des Peilers vermuten könnte. Schaut man sich nämlich bei den Reunion-Seiten der ehemals stationierten Soldaten um, dann wird man feststellen, dass dort immer wieder mit folgenden Bezeichnungen hantiert wird: 05K und 98 G.


    05K steht für "non-morse (teletype and voice) intercept operators" und 98G für " voice intercept operators (Monterey-Marys)". Oft wird dabei noch eine Sprache genannt, meist Russisch oder Bulgarisch.


    Es scheint unwahrscheinlich, dass sich über 1800 Mann allein mit dem Peilen beschäftigt haben? Oder verstehe ich das falsch? Den Bildern zufolge betreibt der der BND dort nur ein verhältnismäßig kleines Gebäude mit max. 100 Parkplätzen die laut GoogleEarth auch nie alle belegt sind und an manchen Tagen sogar komplett leer stehen.


    Bei den Amerikanern herrschte damals ein 24/7-Betrieb und auch die Parkmöglichkeiten hatten eine andere Dimension. Es sieht auch ganz danach aus, dass deren großer Flachbau nicht genutzt wird und dem Verfall preisgegeben wird.


    Würde mich über eure Meinungen sehr freuen.

  • Die Anlage spielt wohl abgesehen von der Peilfunktion vermutlich noch eine viel größere Rolle als bisher bekannt war. In unmittelbarer Nähe verlaufen nämlich mehrere Kommunikationskabel, eine Tatsache, die der schweigsame Dienststellenleiter von Gablingen im NSA-Untersuchungsausschuss mit den Worten "das ist erstaunlich" quittierte.


    Wenn du schon von netzpolitik.org zitierst, dann solltest du es auch als Zitat markieren ;)


    Die Tatsache, dass dort in der Nähe Telefonkable vorbeilaufen ist doch unabhängig von der Tätigkeit vor Ort. Das Abhören von Telefonaten lässt sich doch viel einfacher an den Netzknoten (z.B. in Frankfurt) realisieren. Wo dann die Auswertung der abgefangenen Daten stattfindet, ist noch eine ganz andere Sache.


    Auch zu US-Zeiten war die Rolle der Field-Station wohl universeller als man anhand des Peilers vermuten könnte. Schaut man sich nämlich bei den Reunion-Seiten der ehemals stationierten Soldaten um, dann wird man feststellen, dass dort immer wieder mit folgenden Bezeichnungen hantiert wird: 05K und 98 G.


    05K steht für "non-morse (teletype and voice) intercept operators" und 98G für " voice intercept operators (Monterey-Marys)". Oft wird dabei noch eine Sprache genannt, meist Russisch oder Bulgarisch.


    Wo steht denn, dass die vorhandene Antennenanlage nur zum Peilen verwendet wird? Es wird natürlich auch möglich sein, die Antenne zum Intecept von HF-Signalen (also < 30MHz) zu verwenden. Und dann brauchst du natürlich irgendwelche Operatoren, die die Intercepts auswerten. Ob das nun Morse, Sprache, oder ein anderes, digitales Verfahren ist, ist ja erst einmal egal. Auf Grund der Größe der Antenne handelt es sich jedoch um ein reines HF-System, also nix VUHF oder gar GSM/Sat...


    Es scheint unwahrscheinlich, dass sich über 1800 Mann allein mit dem Peilen beschäftigt haben? Oder verstehe ich das falsch? Den Bildern zufolge betreibt der der BND dort nur ein verhältnismäßig kleines Gebäude mit max. 100 Parkplätzen die laut GoogleEarth auch nie alle belegt sind und an manchen Tagen sogar komplett leer stehen.



    Woher hast du denn die Zahl von 1800 Mitarbeitern? Sollen die aktuell dort arbeiten oder zu Zeiten der Amerikaner dort gearbeitet haben?


    Bei den Amerikanern herrschte damals ein 24/7-Betrieb und auch die Parkmöglichkeiten hatten eine andere Dimension. Es sieht auch ganz danach aus, dass deren großer Flachbau nicht genutzt wird und dem Verfall preisgegeben wird.


    Ein 24/7 Betrieb lässt sich auch durch Automatisierung realisieren, da müssen schon lange nicht mehr hunderte von Operatoren vor den Geräten sitzen und darauf warten, dass auf Frequenz x zum Zeitpunkt y Station z sendet...

  • Hallo, vielen Dank für deine Antwort. Durch Automatisierung lässt sich sicherlich eine gewisse Reduktion der Personalstärke begründen. Die Zahl von 1800 Mann in den 80ern findet man an mehreren Stellen, u.a. hier: https://books.google.de/books?…EIVzAJ#v=onepage&q=inscom augsburg&f=false


    Zudem muss man sehen, dass auch im heutigen Zeitalter der Digitalisierung noch immer 1100 Personen im Dagger Complex arbeiten sollen (siehe Süddeutsche Zeitung) - ebenfalls wie damals im Schichtbetrieb. Vielleicht hat der BND ja eine besondere Produktivitätsformel gefunden ;-)?
    Selbst wenn diese Angabe von 1800 ungenau sein mag ("Abhörstaat Deutschland" eben), die Dimensionen waren offensichtlich bis zum Abzug 1998 andere als beim heutigen Nutzer. Soweit ich gelesen habe, wurden in Augsburg auch die Daten aus anderen Empfangsanlagen ausgewertet und nicht nur das, was der Elefantenkäfig hergibt. Das würde auch erklären, warum der Nachnutzer die restlichen Gebäude offenkundig ungenutzt verfallen lässt.


    Unterschwellig wird aus dem Untersuchungsausschuss klar, dass Augsburg an der Auswertung von Metadaten beteiligt ist. Und die holt man sich doch wahrscheinlich aus den Kabeln oder wie beurteilst du das?


    Aber gemessen an den Stellenanzeigen zu Gablingen befindet sich dort ohnehin nur eine bewachte Küche :-))): http://www.bnd.bund.de/DE/Karriere/Stellenanzeigen/Einfacher und Mittlerer Dienst/Stellenangebote/TA124-16C.html

  • Hallo, vielen Dank für deine Antwort. Durch Automatisierung lässt sich sicherlich eine gewisse Reduktion der Personalstärke begründen. Die Zahl von 1800 Mann in den 80ern findet man an mehreren Stellen, u.a. hier: https://books.google.de/books?…EIVzAJ#v=onepage&q=inscom augsburg&f=false


    Ok, dann bezog sich deine Zahl von1800 also auf die amerikanische Nutzung von vor 30 Jahren, das mag sein, da kenne ich mich nicht wirklich aus.



    Unterschwellig wird aus dem
    Untersuchungsausschuss klar, dass Augsburg an der Auswertung von
    Metadaten beteiligt ist. Und die holt man sich doch wahrscheinlich aus
    den Kabeln oder wie beurteilst du das?


    Wie schon geschrieben muss zur Auswertung von Daten (oder auch Meta-Daten) nicht zwingend eine Nähe zwischen Quelle und Auswertung vorhanden sein. Ich bezweifel einfach, dass die in der Nähe liegenden Telefonkabel abgehört werden, das geht viel einfacher an Netzknoten oder gleich mit Hilfe der Netzbetreiber, warum also der Aufwand mitten auf dem Kabel?

  • Der Aufwand mit dem Kabel ließe sich damit begründen, dass man keinen direkten Zugang zu den Netzknoten hat. Im Falle des DE-CIX besteht laut Betreiber ein solcher auch nicht. Ob diese Angabe richtig ist, steht auf einem anderen Blatt ;-), allerdings hat sich der Betreiber in der Vergangenheit sehr heftig gegen diesen Vorwurf gewehrt.


    Die Rifu-Antennen, die man auf den schönen Fotos von vor einigen Jahren sieht, stammen übrigens von diesem Hersteller: http://www.commscope.com/catal…uct_details.aspx?id=16909
    Lustig ist dabei, dass auch der russische Geheimdienst gerne Antennen dieses Herstellers verwendet, wie an anderer Stelle erwähnt.
    Besagte Antennen stehen aber seltsamerweise auf dem ehemaligen Ami-Gelände, das ja einen ungenutzten Eindruck macht.


    Interessant finde ich übrigens auch diese kleine Tür, die in der Erde zu verschwinden scheint, sieht jedenfalls besonders in der 3D-Ansicht so aus. Was ist das? 48°26'55.3"N 10°51'30.6"E