Augsburg: Fernmeldestelle Süd der BW / BND-Deckname DREHPUNKT

  • Hallo, in der letzten Woche habe ich der FmSt Gablingen bei Augsburg einen Besuch abgestattet. Es gibt im Netz sich widersprechende Berichte, von Schließung bis Ausbau der Anlage. Nach Schließung sieht es definitiv nicht aus. Offensichtlich sind die "Bewohner" dort eher mäßig sportlich, da nur ein Fahrrad den Fahrradstand nutzte, dafür umso mehr PKW's. Der Standort hat bereits Geschichte, es wurden bis 1945 dort angeblich weitreichende Tunnelanlagen errichtet, angeblich soll es unterirdisch mehrere Stockwerke in die Tiefe gehen. Ein Besuch der Tunnelanlagen wäre sicher interessant, dürfte aus naheliegenden Gründen aber nicht möglich sein. 2 Richtfunkverbindungen, in nur ca. 6 m Höhe installiert, zeigen ziemlich genau nach Süden. Aus [url]http://de.wikipedia.org/wiki/Flugplatz_Gersthofen-Gablingen[/url] gibt es zu der Anlage einige Auskünfte. Grüße Tom
  • Erst einmal danke für die Bilder und den kurzen Bericht !!


    Das Gelände gehört jetzt der Bundeswehr und dient der Aufklärung ..genauer HF-Peilung wie auch schon bei den ursprünglichen Betreibern.


    Viele Grüsse


    Mike

  • Ich würde ja gerne mal wissen was aus den anderen Anlagen in dem Bereich geworden ist ...
    Da gab es ja mal einiges mehr als der HF-Peiler :)


    Kennst du den ungefähren Standort der anderen Anlagen?


    Ansonsten war meines Wissensstandes aus Gesprächen mit "mit der Sache befassten Personen" nach nicht unbedingt die HFDF-Anlage der ausschlaggebende Grund für die Übernahme der Anlage durch die BW/BND; viel mehr bot sich die Liegenschaft durch ihre Ausstattung als Zentrum für die Sammlung und Auswertung der gewonenen elektronischen Informationen an. Das Gelände ist physikalisch gut abgesichert, hatte alle Voraussetzungen für den Betrieb von leistungsfähigen Rechnern (Klimatechnik, Netzersatzanlagen, Stromversorgung) und natürlich ist der Standort von Pullach oder Stockdorf aus in weniger als einer Stunde erreichbar. Im Zuge der immer weitere gehenden Zusammenarbeit der elektronischen Aufklärung der BW und des BND benötigte man einen Standort an dem man Personal und Technik aus beiden Welten zusammenbringen konnte. Die Zentrale der 2/TB in Stockdorf war hierzu deutlich zu klein, die Liegenschaft in Pullach hättte erst mit hohem Kapitalaufwand für einen solchen Technik-Betrieb herrichten müssen.


    In der Datenbank steht zu Augsburg folgendes:
    "Heute hat die Anlage einen neuen Hausherren und wird vom BND und MAD, so die Gerüchte, in Kooperation betrieben"
    Das ist allerding so nicht zutreffend, der MAD betreibt aktiv keine Funkaufklärung und hat dies meines Wissens nach auch nie getan; gleichwohl erhält der MAD natürlich u,a, Informationen aus den Quellen des KSA und des BND die auch aus der Funkaufklärung stammen können.

  • Wo genau das war oder ist kann ich leider nicht sagen. Ich hatte nur Informationen bekommen das sich Oberirdisch wohl ein Truppenübungsplatz befunden hat, auf dem auch ein großer Antennenmast stand. Unter der Erde war eine große Anlage mit zig Abhörplätzen.


    Das der MAD selbst keine "Elint" macht halte ich für ein Gerücht ;)
    Man sollte mal ein wenig zurück schauen, Richtung Kosovo ...was dort stationiert war und was die gemacht haben *wink*


    Hier die Bilder die ich dazu bekommen hatte:


    augsburg1.jpg
    augsburg2.jpg

  • Ahoi,


    ich war wieder etwas unterwegs und wollte eigentlich auch ein paar Souvenirs aus Rheinhausen und Butzbach mitbringen, leider war es dank der Unfähigkeit meiner Lieblings-Autovermietung schon etwas zu dunkel als ich dort vorbeikam.
    Dafür hatte ich aber am Wochenende etwas Zeit in Augsburg ein paar Bilder der dortigen Peilanlage zu machen (die übrigens überall ordentlich als "Fernmeldestelle Süd Bw" ausgeschildert ist :thumbup: ).
    CIMG3673_800.JPG
    CIMG3671_800.JPG
    CIMG3667_800.JPG


    Wo dieses RiFu-Strecke wohl hinzeigt?


    CIMG3664_800.JPG
    CIMG3658_800.JPG
    CIMG3654_800.JPG
    CIMG3653_800.JPG
    CIMG3650_800.JPG


    Ansonsten war es recht ruhig, bis auf die gelegentlich vorbeirauschenden ICE's und die merkwürdig schauenden Spaziergänger ;) .


  • da seh ich doch ne ganze reihe richtfunkstrecken oder ?


    auf dem einen bild die kamera hat dich aber auch im auge gehabt... fals du es nicht gesehen hast ;)


    2 Strecken sind mir aufgefallen, es wundert mich aber das die so "bodennah" sind, man müsste mal Abstrahlwinkel und das Höhenprofil anschauen um das Ziel zu finden, mal sehen ob ich die Tage dazu komme.
    Die eine Kamera (hinter den RiFu-Antennen) war sehr weit weg und das Gehäuse dazu noch leer, und bei dem Pfosten mit gelber Markierung davor handelt es sich um eine Laterne ;-). (Oder habe ich jetzt eine übersehen?)

  • das find ich auch das die extrem niedrig sind ... die schaun ja kaum hinter den büschen vor ...


    kamera meinte ich die auf bild 3 von oben mit dem "gelben fuss"... das sieht auf dem bild aus wie ne kamera die dich direkt anschaut


    aber du hast recht .. auf den anderen bildern sieht man das es laternen sind ...

  • Welche Antennenrichtung war das denn?
    Ich wünsche mir Cams mit Geotagging und Grosskreisrichtung 8)


    Früher gabs ja auf dem Buchberg zwischen Heretsried/Staufersberg und Bonstetten ein Relay der Amis.
    Wie siehts da heute aus? Nur Telekom?
    Die sitzen ja auch knapp südwestlich der Anlage in Gablingen (oder wer hat den Mast da?), aber dafür erscheinen mir die Antennen dann doch zu gross ;(


    Gruss
    pirate

  • Welche Antennenrichtung war das denn?
    Ich wünsche mir Cams mit Geotagging und Grosskreisrichtung 8)


    Hätt' ich doch mal ein iPhone 3GS, das taggt die Foto ja direkt und hat auch nen Kompass ;).
    Hier mal ein Bild, der Pfeil stellt den Fotostandort und die Blickrichtung dar, der Kreis den Anennenstandort...(und jetzt lacht nicht über meine grafische Unfähigkeit :pinch: ).


    -d


    augsburg_700.png

  • Dann hätte ich jetzt gesagt grob Richtung Ost-Süd-Ost? Richtung Fürstenfeldbruck?


    Mike sollte die Logs nun mal auf bestimmten Adressen beobachten :D
    Also doch vielleicht mal T-Com Antennen in der Richtung suchen und nicht nur BW o.ä.


    Gruss
    pirate


    P.S.: ich seh grad - auf der Verlängerung liegt auch Pullach 8)

  • Gablingen/Gersthofen (bei Augsburg): Fernmeldestelle Süd der Bundeswehr, BND-Deckname DREHPUNKT
    Von den US-Streitkräften (ASA/NSA, 66th Intelligence Group) übernommene Liegenschaft. Es gibt eine weit sichtbare Großbasis-Peilanlage (Typ Wullenwever) und einige größere Gebäude deren Nachnutzung nicht klar ist; nach Aussage von Zeitzeugen soll es unter der Liegenschaft unterirdische Anlagen geben.


    [map]http://maps.google.com/maps?f=….008454,0.022724&t=h&z=16[/map]

  • Zu Gablingen noch ein Nachtrag von einer alten Krähe: zu den Zeiten als die Amerikaner die Anlage betrieben gab es von deutscher Seite her zwei verschiedene Liegenschaften auf dem Gelände; eine des BND und eine der Bundeswehr. Diese waren jeweils nochmals mit einem Doppelzaun gesichert und dem damaligen "Gerangel" zwischen BW und BND in der FmEloAufkl geschuldet. DIe Liegenschaften hatten jeweils einen eigenen Parkplatz, das deutsche Personal durfte nicht in die Op-Buldings der Amerikaner.


    M.: schicker Brustanhänger, ich hätte noch einen mit dem Hl. Georg im Angebot :icon_coolnew_1:

  • vor zwei wochen 8.8.11 war in der Augsburger Allgemeinen auf seite 1 ein foto der gablinger anlage, die ganze seite 3 war großbild und reichlich wenigsagender text. überschrift: der elefantenkäfig


    hier mein kommentar:


    Stonehenge bei Gablingen


    Ich hab den artikel vom 8.8.11 erst heute lesen können. Das foto auf seite 1 war für mich das eines modernen keltischen steinkreises wie z.b. stonehenge in england. Und genauso geheimnisumwittert wie das prähistorische monument wird uns hier eine allerdings gar vielsagende und keineswegs mysteriöse anlage verkauft. Im artikel jedenfalls quasi--null information. Ich hab nicht weiter recherchiert, aber was eine wullenweber-antenne ist, wußte ich schon vor der (verräterischerweise - aber nur zeitweise am Hinweisschild der Anlage - ganz offiziell so genannte) USASA-FS Gablingen, später dann nur noch USA-FS, das zweite „SA“ für security agency fehlt plötzlich, da hätte sich ja tatsächlich jemand was bei denken können. Und was bitte soll das schon heißen: US Army-Security-Agency- Field-Station (also eine station des amerkanischen Army-Geheimdienstes zur Erfassung, Abhörung, Ortung und Kontrolle von beliebigen Funksignalen hier im Kurzwellenbereich), und damit wissen wir schon eine ganze menge: eine solche Anlage, ausgerechnet mitten in mitteleuropa in der nähe einer damals auch vom US-militär geprägten süddeutschen Großstadt macht aber einzig und allein dann einen sinn, wenn sie mit gleichartigen Anlagen in meßtechnischer und datenverarbeitender Verbindung steht. Und wenn man schon mit einem offensichtlichen frequenzbereich im gesamten kurzwellenspektrum aufwarten kann, dann ermöglicht ein system solcher Anlagen z.b. die Abhörung und ortung von entsprechenden sendeanlagen, vor allem mobiler sender. Das geht einerseits über triangulation gleicher signale von verschiedenen anlagen des gleichen oder ähnlichen typs, bzw. über laufzeitvergleiche (mit erheblich besserer genauigkeit), wozu die all zu offensichtlichen sat-antennen dienten. Nun wo waren wohl die anderen anlagen für den augenscheinlichen zweck? Wie wärs mit nord-norwegen, also etwa spitzbergen, die türkei und der hintere iran.
    (Außerdem stehen ähnliche oder gleichartige Anlagen z.B. auch noch in Apulien, süditalien bei brindisi und im Süden von Menorca auf den Balearen, sowie auf Diego Garcia im indischen ozean, die alle prinzipiell auch einbezogen hätten werden können und vielleicht auch waren.san vito dei nromanni bei brindisi und menorca sind/waren bestimmt zur überwachung von nordfrika, und ich würde einen besen fressen, wenn nicht in israel auch eine solche us-spionage-anlage stünde. Die anlage auf menorca ist – nicht überraschend – auf google-earth unkenntlich gemacht)
    Damit hätten wir praktischerweise die europäische sowjet-union gut umzingelt. (die standorte sauge ich mir nicht aus den fingern, sie wurden sehr wohl schon vor jahrzehnten genannt und sind physikalisch auch mehr als plausibel.) zwischen den einzelnen stationen liegen etwa gleiche entfernungen, und zwischen norwegen und der türkei hatten die us-militärs nur in süddeutschland die möglichkeit, das system zu komplettieren. In augsburg waren viele us-gis, bot sich also an.
    Mit dem anlagensystem à la Gablingen usw lassen sich eine große Anzahl verschiedener Signale auf verschiedensten Frequenzen im Kurzwellenbereich und zwar aus verschiedensten Richtungen gleichzeitig – und das ist der witz dabei – sogar ohne mechanische ausrichtung irgend eines teils empfangen. Trennung und kombination der interessierenden Signale sind natürlich eine elektronische und datenverarbeitende Superleistung, vor allem mit den technischen möglichkeiten der 60er jahre. Dazu sind dann aber auch hunderte von leuten und entsprechender Platz nötig, daher die bunkerartig ausgebauten katakomben unter dem antennenkreis). Ortung und Abhörung vor allem von funkaktivitäten bei militär-ansammlungen im Bereich der europäischen Sowjetunion, aber auch mit geringerer Auflösung auch in westeuropa und hinter dem ural, werden damit möglich.
    Nun bekamen das die bolschewiken hinter eisernen Vorhang schnell spitz. Und womit war ohnehin zu rechnen bei diesen monstern in russengestalt? Liegt ja wohl auch auf der hand: wenn wir schon nicht immer vor der tür stehen wollen (bekanntlich stand der „Russ“ während des gesamten sog. Kalten Kriegs immer „vor der Tür“, heute ist es der Islamist, die finden immer einen, den sie als mehr oder weniger glaubhaften Buhmann aufbauen können, um für ihre schweinereien die angemessene angst zu verbreiten), dann müssen wir die gegnerische spionage ausschalten. Und gibt es eine schönere und lohnendere zielscheibe als den „Käfig“ bei Gablingen? So hat man dem gläubigen volk weisgemacht, daß die Anlage eine – nicht lachen! – Raketenwarnanlage sei. Man hat es nicht direkt so behauptet, aber den mutmaßungen in dieser richtung freien lauf gelassen. Schließlich mehr als logisch: ich biete ein 1a-Ziel an und lege es so aus, daß es gleich auch vor einem angriff warnen kann, einfach genial und so überzeugend, oder?.
    Dumm bloß, daß die russkis damals noch mit ihren klapprigen und vor allem verdammt ungenau zielenden SS4 und SS5 rumfuchtelten. Die waren nämlich so zielungenau, daß man zur zuverlässigen zerstörung eines bestimmten zieles auch mal so 1 bis 3 km daneben liegen durfte, also sprengsätze im megatonnenbereich (die spätere US-Rakete Pershing-II war übrigens deshalb so unglaublich gefährlich, weil man damit auch ohne nuklearsprengkopf eben wegen der extremen zielgenauigkeit hätte einen modernen krieg führen können). Da hätte man leicht auch ziemlich nah an der großstadt augsburg einen atompilz gehabt, aber alles war natürlich nur für die erhaltung des friedens, wie‘s nur sein mag.
    Der Schlagobers war übrigens, daß man in ca. 1,5 km entfernung sich nicht entblödete, am Ufer des Lechs einen AKW-Standort bei Rehling auszugucken. Anstatt jetzt aber ehrlicherweise darüber zu informieren, daß die Russki-Raketen so nebenbei auch das AKW hätten erwischen können (wodurch alles noch viel schlimmer hätte kommen können), hat man den leuten auf die nase gebunden, daß die elektrizität des kraftwerks die empfangsleistungen der anlage beeinträchtigen hätte können, und wieder glauben so gut wie alle alles. Also ging der standort ca. 25 km weiter nordwestlich nach pfaffenhofen, wo es wieder kühlwasser aus der donau gegeben hätte. auch dies ist inzwischen, wie die ganze schwachsinnige, verantwortungslose und nur raffgierige automeuphorie geschichte. Daß jedem hätte auffallen müssen, daß mehr oder weniger defekte zündanlagen von autos auf der B2 oder die Funken der Oberleitung der vielbefahrenen bahnstrecke unmittelbar neben der gablinger anlage viel viel mehr gestört hätten als die elektrik eins kraftwerks, aber eben nicht aufgefallen ist, ist mehr als erschreckend. Manchmal kommt es mir so vor, als ob bestimmte leute mit akribie versuchen herauszufinden, für wie blöd man die leute verkaufen kann. Leider finden sie immer wieder immer einfachere methoden. Angst ist aber immer dabei. Inhaltsleere „information“ wie in dem AZ-artikel zum gablinger elefangenkäfig ist auch sehr hilfreich beim bemühen um volksverblödung, un- und nichtwissen oder auch nur neugier von journalisten ebenso

  • danke han-ri für deinen text.


    sehr interessant!


    Aber mal eine frage an alle, wieso kann ich eigentlich die Bilder nicht anschauen, da steht, ich besitze keine zugriffsrechte..?

  • "Danyy" wrote:

    ...Aber mal eine frage an alle, wieso kann ich eigentlich die Bilder nicht anschauen, da steht, ich besitze keine zugriffsrechte..?...

    Die Antwort findest Du hier: Achtung: Neuanmeldungen Können Erst Nach Vorstellung Und Zwei Beiträgen Bilder Sehen