BND-Fluchtstützpunkt "El Doctor" in Spanien

  • Hallo Leute,
    da musste ich heute ein wenig schmunzeln!
    Melden am Sonntag die AFP: (AFP) - Der Bundesnachrichtendienst (BND) hat im Kalten Krieg konkrete Vorbereitungen für eine Verlegung ins Ausland im Konfliktfall getroffen. Im Jahr 1947 habe BND-Gründer Reinhard Gehlen zunächst mit der Schweiz über ein Ausweichquartier verhandelt, zitierte der "Spiegel" am Sonntag vorab aus einem Buch des offiziellen BND-Historikers Bodo Hechelhammer. Ein Jahr später habe Gehlen während der Berlin-Blockade die Flucht des deutschen Auslandsgeheimdiensts nach Spanien geplant: Dort sicherte sich der BND dem Historiker zufolge zwei Landgüter 170 Kilometer südlich von Madrid für die Ersatzzentrale "El Doctor". 1953 dann wollten sich Gehlen und seine Leute im Notfall der CIA anschließen und ihre Ehefrauen mit Kindern in die USA schicken. Unter den SPD-Kanzlern Willy Brandt (1969 bis 1974) und Helmut Schmidt (1974 bis 1982) habe der BND schließlich eine Flucht innerhalb Deutschlands vorbereitet. Im Falle eines Krieges hätte sich der BND von der Zentrale in Pullach bei München nach Achern bei Baden-Baden zurückgezogen.


    Der Spiegel lobt sich selber: "Nach Spiegel-Informationen..."


    Also wir hatten das schon 2007: Lauschposten in Spanien


    In Spanien beschäftigte man sich mit dem Thema 2009: http://brillalucecilla.blogspo…el-doctor-incognitas.html


    Wir hatten auch die "Sammelstellen" für eine geplante Flucht: Versorgungsstaffel Nord VersAußenstelle Monschau


    Wir waren mal wieder "schneller" ;) (hüstel)


    Grüsse in die Runde.

  • Hey Bob,


    interessant, vor allem das die Information aus einem Buch kommt das der "hauptamtliche" BND-Chefhistoriker Herr Hechelhammer auf Basis seiner Recherchen im BND-Archiv veröffentlicht. Welch schöne Vermischung von Dienstlichem und Privatem. Aber nun gut, wer sich solcher Trivia wie "Mr. Dynamit" hingibt...


    In den DDR-Geheimdienstkreisen war schon lange bekannt das Spanien der "Ausweichsitz" sein sollte. Achern war mir persönlich als Fluchtpunkt aber nicht bekannt, es hängt aber wohl wieder mit der "Versorgungsaussenstelle Süd" in Renchen zusammen. Wenn ich mir aber bei allen 3 Versorgungsstaffeln die Größe der Objekte ansehe bin ich nicht sicher ob man hier wirklich hin verlegt hätte, oder ob diese Objekte einfach nur erste Anlaufstellen bzw. Punkte auf einem Fluchtweg waren. Selbst mit der damaligen Personalstärke wären die Gebäude an allen 3 Standorten aus allen Nähten geplatzt.


    Bemerkenswert finde ich auch das das Objekt in Spanien noch immer "benutzt" scheint, also mit Doppelzaun etc. gesichert ist. So ganz hat man sich scheinbar doch nicht davon getrennt, oder das spanische Militär hat eine Anschlussverwendung gefunden.


    Das wir hier oft die ersten waren die Zusammenhänge und Objekte aufgedeckt haben freut mich immer wieder. Mal sehen was man mit OSINT noch alles so erschnüffeln kann ;-).

  • Hallo, die "Stützpunkte" Nord, Süd und Mitte sollen in den Hallen randvoll mit LKW gewesen sein. Ebenso auf dem alten BND-Gelände in Pullach sowie in umliegenden Lager (unter anderem Kirchseeon). Spekuliere mal, dass die als eine Art Sammelstelle für den Weitertransport in Richtung (Süd)Westen gedient haben.

  • Na, ja, ein bisschen Spekulation.
    In Kirchseeon war ja auch noch die Bundeswehr mit dem MOB-Stützpunkt Sanitätsdienst dabei. Die 4 großen Hallen waren geteilt, d. h. 1 Halle war von den anderen 3 Hallen durch Sicherheitszaun getrennt. Ob das in den 70 und 80er Jahren schon so war ist mir nicht bekannt. Wenn es so war, dann war damals schon eine Trennung Bundeswehr und andere Nutzer.


    Ein ehem. Offizier der Heeresflieger aus Oberschleißheim erzählte mir vor vielen Jahren (1981 haben die Heeresflieger diesen Flugplatz verlassen), dass es einen besonders gesicherten Bereich gab (Gebäude/Hallen), den auch die Bundeswehr nicht betreten durfte. Angeblich lagerte hier Material für den BND. Und angeblich soll dieser Bereich auch nach dem die Bundeswehr nach Roth und Landsberg verlegt haben immer noch gesichert und bewacht worden sein.


    In Grünwald gab es ja auch eine Liegenschaft, sollen angeblich viele Pkw-Garagen gewesen sein.


    Und auf dem Fliegerhorst Neubiberg waren ja auch Gebäude noch einmal mit Sicherheitszaun und S-Rollen extra gesichert. Vor ca. einigen Jahren konnten hier noch Reste des Zaunes und der S-Rollen gefunden werden.
    Irgendwo war zu lesen, dass vermutlich Neubiberg auch ein "Abflughafen" für Spanien gewesen sein soll. Der Fliegerhorst war ja bis 1991 immer noch in Betrieb, obwohl hier keine fliegenden Verbände mehr schon seit den 70er Jahren stationiert waren. Interesse weckte damals auch das Munitionslager auf dem Fliegerhorst. Es gab hier nochmal extra getrennte und gesicherte Mun-Bunker (verschiedene Bereiche).


    Mal sehen, vielleicht erfahren wir bald mehr. Der BND betreibt ja zur Zeit viel Öffentlichkeitsarbeit.