SDR Software für langsame PCs

  • Hi, ich bin stolzer Besitzer eines IBM T42 mit 1,5GHz (1 Prozessor) und 2GB RAM und WinXP - SP3. Nun will ich mit einem SDR Stick mir die Noaa Satelliten ins Haus holen. Auf dem Dach befindet sich bereits eine QFH Antenne und es ist ein Stick mit RTL2832u und e4000 im Einsatz. Bisher ist der Empfang nur bei direkten Überflügen (Elevation > 80°) wirklich brauchbar, daher ist bereits ein Inline Satverstärker mit 5V/30mA und 20dB unterwegs.


    Meine eigentliche Frage: Gibt es Software für die SDR Sticks, welche den Laptop nicht zu fast 100% auslasten? Aktuell bin ich bei HDSDR mit 0.96Msps Samplerate und 8kB Buffersize. Ausgangsbandbreite liegt bei 96.000, AFC ist aktiv. Wenn der Laptop dann schon eine Weile lief und ein Satellit kommt, welchen ich mittels WxToImg aufzeichne, dann kommen bei der Livedekodierung des Satbildes schnell Bildversatze hinein, was WxToImg im nachhinein nicht immer richtig ausgleichen kann. Sieht nicht sonderlich schick aus.


    Auch normaler FM-Radioempfang ist nicht zu empfehlen, da auch hier der Laptop schon deutlich langsamer und mit viel Ruckeln durchs Internet pflügt. Seit ich diesen DVB-T Stick als SDR Radio nutze, merke ich erst richtig wie Resourcenlastig heutige Software sein kann und wie sehr mein alter T42 da hinterher hängt. Neuer Laptop ist geplant, aber auch erst wenns Geld für einen vernünftigen Laptop stimmt. Bis dahin muss es der T42 noch irgendwie schaffen.

  • Hallo Engi,


    ich nutze hin und wieder SDR Sharp unter Windows und Gqrx unter Ubuntu zum reinen Radiohören auf zwei schwachbrüstigen Laptops bzw. Nettops. Auch da kommt es öfter zu Gestottere, und ich kann nur feststellen, das wirkungsvollste Gegenmittel ist das Verkleinern der Anzeigegröße von Spektrum und Wasserfall, da läuft wohl viel Rechenpower rein.


    Bei Gqrx ist es tw. so, dass ich Gestottere habe, wenn ich auf dem eh schon winzigen Netbook-Bildschirm zusätzlich zu HF-Spektrum und Wasserfall auch noch die AF-Spektrumanzeige darstellen lasse, die ist eigentlich läppisch klein und völlig unscheinbar, konnte erst gar nicht glauben, dass die mich ausbremst, macht aber in diesem konkreten Fall genau den Unterschied zwischen Stottern und Nichtstottern aus.


    Inwieweit das Reduzieren verschiedener Anzeigeoptionen bei Satellitenempfang praktikabel ist, weiß ich leider nicht, damit kenne ich mich nicht aus. Aber wie gesagt: Versuch mal, auch unscheinbare Dinge auszuknippsen, wenn sie nicht unbedingt gebraucht werden, das kann das entscheidende Quäntchen ausmachen zwischen Frust und einigermaßen brauchbaren Ergebnissen.


    Schöne Grüße
    Andreas

    Icom IC-R71, Yaesu FRG-100, R820T2/ RTL2832U mit Up-Converter, Breitband-Loop, Preselector

  • Hallo Andreas,


    da hast Du mich auf eine Idee gebracht. Einfach in die Frequenzanzeige rein zoomen. Je geringer das Frequenzspektrum ist, welches angezeigt wird, desto flüssiger sollte es laufen. Leider streikt mein Stick seit heute. Werde den mal einschicken zur Überprüfung. Daher jetzt erstmal keine Chance die Idee zu testen. Dennoch danke für den Tip.


    Schönen Ostermontag gewünscht. Stefan.

  • Hi. Morgen sollte nun eigentlich mein Inline-Satverstärker kommen. Nun stelle ich mir die Frage, ob dieser Antenneneingangsseitig einen Koppelkondensator besitzt oder nicht. Dies ist wichtig, da meine QFH Antenne zwischen Innenleiter und Aussenleiter des Coaxialkabels nur 3 Ohm Widerstand besitzt und damit die 5V Versorgungsspannung des Verstärkers im Falle eines nicht vorhandenen Koppelkondensators, kurzuschließen würde. Inzwischen habe ich gelernt, dass in der HF Technik für gewöhnlich immer Eingangs- und Ausgangs- Koppelkondensatoren verwendet werden. Um auf Nummer sicher zu gehen, dass der Verstärker oder nachgeschaltete Elektronik nicht durch Kurzschluss zu schaden kommen, frage ich dennoch lieber.

  • Hallo,


    Die meisten der kleinen Inline-Verstärker haben einen DC-Duchlaß, d.h. die Speisespannung wird an die Antenne (oder weitere Elemente, die eine Versorgungsspannung/DiSEqC benötigen) weitergeleitet.


    In dem Fall musst Du noch einen Kondensator nach dem Verstärker einfügen. Im Sat-Bereich gibt es dies fertig als sog. DC-Blocker und kann einfach hinter den Verstärker geschraubt werden.


    Am Besten mal am Ausgang Deines Verstärkers messen, ob da noch die Versorgungsspannung anliegt, bevor Du die Antenne anschließt, dann weißt Du es genau. :icon_biggrin_1:


    Gruß


    SkyWatcher

  • Hi,


    heute kam nun der Verstärker. Hab gleich mal getestet, am Antenneneingang kann ruhig Kurzschluss sein, dies stört den Verstärker nicht. Kein Einbruch der Spannung. Wie es allerdings dann mit Empfang aussieht, werde ich leider erst später merken. Im Anhang befinden sich 2 Bilder. Eines mit der Beschriftung des Verstärkers, das zweite zeigt die Platine. Da ich zum fotografieren der Rückseite der Platine diese erst ausbauen müsste, hier von kein Foto.


    ich frage mich nur was es Antennenseitig (Die Seite mit der Platinenspule L1) mit der von unten kommenden Kontaktierung vor C1 auf sich hat. Sieht mir aus als würde dort etwas eingespeist, oder angezapft.

  • So, inzwischen ist der Verstärker verbaut. Er hängt nun ein paar cm unterhalb der QFH Antenne im Antennenmast. In den Verstärker wurde Antennenseitig noch ein 18pF Kondensator eingelötet um sicher zu gehen, das die QFH Antenne (3 Ohm Durchgangswiderstand) nicht die 5V Betriebsspannung kurzschließt. Auf der Empfängerseite wurde ebenfalls ein Kondensator verbaut. Dieser trennt die 5V Speisespannung vom eigentlichen Antennenanschluss. Da mein bisheriger Stick auf Grund einiger, kleiner Probleme mit ihm, erstmal zum Tausch an Händler zurück ist, habe ich diese Konstruktion gestern mittels normalen Radio getestet. Der Verstärker funktioniert. Ohne Betriebsspannung am Verstärker, sind enige Sender zu empfangen. Mit Betriebsspannung werden viele verrauschte Sender klar und deutlich und das Radio zeigt dann auch "Stereo" an. Weiterhin kommen weitere Sender dazu. Nun warte ich gespannt auf die Ankunft meines Ersatzsticks. Mal sehen, wie sehr sich der Empfang gegenüber ohne Leitungsverstärker verbessert hat.

  • Ok und bei Batteriebetrieb? Einfache, normale Mignons, 3 Stück in Reihe kommen zusammen auf etwa 4,7V. Hab hier auch ein solargespeistes 12V System, welches weitestgehend unbelastet ist. Nur hin und wieder paar LED Leuchten, welche zur abendlichen Raumbeleuchtung dienen.


    Ansonsten, kann ich mir die auch selbst irgendwie bauen? Induktiv klingt ja eigentlich nur nach einer einfachen Spule. Bissel Spulendraht habe ich ebenso da, wie nen Ferritkern.

  • Hallo,


    naja, ob Netzteil oder Batterie ist ja egal, die HF soll zum Antenneneingang und sonst nirgends hin, oder? :icon_biggrin_1:


    Ja, das wird im einfachsten Fall mit einer Spule gemacht. Eine passende Spule für den Anwendungsbereich habe ich noch nicht selber gebastelt, habe mir einfach die Einspeiseweiche von König gekauft. :icon_biggrin_1:


    So sieht z.B. eine einfache Einspeisung für TV/Radio von innen aus:


    [Blocked Image: http://ecx.images-amazon.com/images/I/61iaJa8uyQL.jpg]


    Gruß


    SkyWatcher

  • Ich danke Dir für das Foto. Viel
    ist ja wirklich nicht drin. Ich habe mir jetzt aus einem alten, defekten DVB-T
    Fernseher eine 130uH Spule ausgebaut. Die 5V kommen von meinem Diamex AVR
    Programmer und gehen über die 130uH an die Einspeisung am Antennenstecker. Der
    Programmer gibt 5,08V aus und bei dieser Spannung fließt ein Strom von rund
    25mA. Diese Werte passen sehr gut in das Schema. Auf dem Verstärker sind 30mA
    Stromverbrauch aufgedruckt.



    Der Test am Radio ergab das
    gleiche Ergebnis wie schon gestern. Ohne Spannung auf dem Verstärker ist schon
    einiges zu hören. Wird die Spannung eingeschaltet, werden verrauschte Sender
    plötzlich klar und deutlich und es kommen weitere, schwach empfangbare Sender
    hinzu. Alles in allem bin ich sehr zufrieden.

  • AbendSo, gestern und heute Morgen lief ja mal alles top. Hatte super Empfang, die Bilder sahen klasse aus, riesen Freude. Nun aber scheint irgendwie die Samplerate nicht zu stimmen. Auf dem Weg von HDSDR zu WxToImg scheint irgendwas nicht zu stimmen. Bekomme Bilder, wo jede Zeile des Satbildes gegenüber der vorherigen total versetzt ist. Wie gesagt, noch heute Morgen lief alles bestens und ohne irgendwas verändert zu haben, stimmt nun auf einmal nix mehr.


    Ich hoffe Ihr könnt mir helfen. Werde heute Abend mal ein "Format c:" versuchen in der Hoffnung das durch "alles auf Anfang" es endlich wieder stimmt.

  • Hallo,


    mal eine Anmerkung zu den Inline-Verstärkern, dijenigen welche ich hier kenne haben leider eine relativ schlechte Rauschzahl von 5 - 8 dB....mit einen rauscharmen Verstärker z.B. mit einem entsprechenden MMIC aufgebaut läßt sich da mehr rausholen, die kriegt man mit ca. 2 dB Rauschtahl. An der Grasnarbe macht sich der Unterschied extrem bemerkbar.

  • mal eine Anmerkung zu den Inline-Verstärkern, dijenigen welche ich hier kenne haben leider eine relativ schlechte Rauschzahl von 5 - 8 dB....mit einen rauscharmen Verstärker z.B. mit einem entsprechenden MMIC aufgebaut läßt sich da mehr rausholen, die kriegt man mit ca. 2 dB Rauschtahl. An der Grasnarbe macht sich der Unterschied extrem bemerkbar.

    Ja aber ein richtig guter VV kostet auch ein vielfaches wie so ein Inline-VV. Also ich habe bisher immer gute Erfahrungen mit den "günstigen" VV's gemacht. Man sieht es ja an meine Ergebnisse. :icon_biggrin_1:

  • Guten Abend, also der InlineVerstärker tut seine Arbeit bestens. Ohne ihn waren die Noaa-Wettersatelliten eher schwach zu empfangen und erst ab etwa 30° Elevation wurden sie allmählich brauchbar. Mit Verstärker sind sie ab 5° bereits deutlich empfangbar und spätestens ab 16° ist das Signal fast durchgehend frei von Störungen.


    Das Problem welches ich hatte, liegt offenbar an der Auslastung des Laptops. Selbst mit HDSDR, welches im Gegensatz zu SDR# nicht sonderlich resourcenlastig ist, wird es dem Laptop langsam zu viel wenn dann noch WxToImg die Signale aufzeichnen und zeitgleich dekodieren soll. Da fängt die Samplerate an zu schwanken. Höre ich mir die Soundfiles im Nachhinein an, so ist deutlich zu hören, dass die Geschwindigkeit schwankt. Mal läuft das Satellitensignal etwas schneller, danach aber auch gleich wieder etwas langsamer. Daher bin ich nun auf die Freeware "Scanner Recorder" ausgewichen, mit welcher das Satellitensignal mit 11025kHz, 16 Bit, Mono aufgezeichnet wird. Ist der Satellit verflogen, wird mit WxToImg diese Wave-Datei geöffnet. Mit korrekt eingestellter "Slant Correction" ist das Bild dann einwandfrei und Verwerfungen im Bild gehören der Vergangenheit an. Auf die Art habe ich vorhin den Noaa15 mit 12° West aufgezeichnet. Auf Grund der hohen Entfernung war der Großteil des Bildes unbrauchbar. Aber nördlich Großbritaninens, bis hoch zur Südspitze Gröndlands war dann doch noch gut etwas zu sehen. Die Funktion "Partial Decode" von WxToImg macht es möglich, sich nur die brauchbaren Teile des Satbildes "herauszuschneiden". Dieses Bild habe ich mal im Anhang beigefügt.


    Nachtrag vom 03.06.2014:


    Ich habe eben das Satbild von heute Morgen hochgeladen. Es ist erstaunlich was der kleine Inline-Satverstärker so leistet. Satbilder von Nordafrika bis an den Rand Grönlands sind drin wie man sieht. Nachdem ich nun bei der Aufnahme der Satelliten selbst Orbitron schließe, klappt es auch, dass keine Blitzversatze mehr vorkommen. WxToImg verrät mir wann welcher Sat kommt und wie lange der Überflug dauert. Zum Termin sind dann nur HDSDR und "Scanner Recorder" aktiv. HDSDR läuft auf Minimum. Es ist nur das Wasserfalldiagramm aktiv und dies auch auf minimale Geschwindigkeit. CPU Auslastung damit bei rund 65% während der Aufnahme.


    Daten HDSDR: Samplerate - 0.96 Msps | Buffersize - 16 kB | Tuner AGC + RTL AGC + Offset Tuning = aktiv | verwendeter Chip - RTL2838UHIDI | Bandbreite - 96000 eingestellt (Bandwidth [F6]), davon 49000 genutzt (Schieberegler) | Modus - FM .


    Daten Scanner Recorder: PCM - 16 Bit - Mono - 11025 Samplerate - 21KB/Sek. <-- Diese Einstellungen sind als "Noaa" gespeichert (Wenn man auf Open klickt und seinen Dateinamen gewählt hat, kann man das Setup mittels "Speichern unter..." als Voreinstellung speichern und zukünftig direkt aus dem DropDownMenu auswählen.)


    System: IBM T42 mit 1,5GHz - 2GB RAM - WinXp Sp3.


    So ich hoffe mit diesen Datensätzen allen helfen zu können, deren System ebenfalls nicht mehr ganz modernen Standarts entspricht, die aber dennoch nicht auf Satellitenbilder mittels DVB-T Stick verzichten wollen, oder sich daran zumindest mal probieren möchten.


    Liebe Grüße vom Stefan.

  • @Engi
    Nur so ganz verstehe ich jetzt nicht warum du mit dem "Scanner Recorder" das Signal aufzeichnest und nicht gleich mit HDSDR selbst. So resourcenlastig ist das dann auch nicht. Den "Scanner Recorder" nahm ich eigentlich bisher nur zum aufzeichnen von herkömmlichen Empfängern.

  • Hallo Maik,


    ich habe bisher bei HDSDR noch keine Möglichkeit gefunden, die Aufnahmeparameter (11025kHz, 16 Bit, Mono) einzustellen. Es gibt zwar unter Options[F7] eine Kategorie "Recording Settings/Sheduler", aber dort kann man nur Aufnahmezeiten programmieren und die aufgenommenen Dateien automatisch splitten lassen. Von Samplerate 11025kHz, 16 Bit, Mono, ist da nix zu finden. Bei "Scanner Recorder" kann ich dies direkt einstellen. Und leider benötigt WxToImg eben genau diese Einstellungen (11025kHz, 16 Bit, Mono). Eine Testaufnahme eines Radiosenders ergab, dass HDSDR wie folgt aufnimmt: Codec: PCM S16 LE (s16l) - Kanäle: Mono - Abtastrate: 96000 Hz - Bits pro Sample: 16 (mit VLC Player ausgelesen). Da gehe ich lieber auf Nummer sicher und mache es über diesen kleinen Umweg.


    Gruß Stefan.

  • Wie machst du das mit dem Satellitenbild? Nimmst du zuerst den Ton als WAV auf um die Datei dann im 2. Programm rein zu laden? Ich finde das ziemlich umständlich. Kann man den Ton nicht direkt ins 2. Programm &quot;reinschleifen&quot; ?!

  • Hallo Stefan,


    ja stimmt eine spezielle Samplerate lässt sich im HDSDR nicht einstellen, weil diese wohl entsprechend von der Software selbst gewählt wird, je nach dem wie breit die Filterbandbreite eingestellt ist. Man könnte die Audiodatei zwar z.B. mit Audacity öffnen und mit der Samplerate 11025Hz dann erneut speichern, aber das ist auch wieder umständlich.


    @kajot
    Oben im Text hat es ja der @Engi beschrieben, dass sein Laptop voll ausgelastet ist wenn HDSDR und WxToImg gleichzeitig läuft.