BND will "transparenter" werden

  • Heute auch in fast allen Zeitungen und in den halbstündlichen Nachrichtensendungen des Bayerischen Rundfunk. Der Präsident des BND Herr Schindler kommt persönlich nach Bad Aibling und enthüllt das neue Schild am Tor der Mangfall-Kaserne "BUNDESNACHRICHTENDIENST".
    Gleichzeitig soll in Gablingen, Rheinhausen, Schöningen, Stockdorf und Starnberg ebenfalls an den dortigen Liegenschaften ein neues Schild angebracht werden.


    Bad Aibling verwirrt trotzdem. Tarnen sich die dort ansässigen Bundeswehrsoldaten jetzt unter den "Tarnnamen" BUNDESNACHRICHTENDIENST ? Und diese Soldaten sind auch nicht im Rahmen der Sonderverwendung auf 3 Jahre abgestellt. Ober hat Frau Ministerin diese Soldaten jetzt verkauft und baut von dem Erlös Kinderkrippen (verdächtig nur, wenn auch in der Mangfall-Kaserne eine Kinderkrippe entsteht).
    Ja und die amerikanischen Mitarbeiter in dieser Kaserne, erkennbar an den amerikanischen Fahrzeugen, sollen ja angeblich von der National Security Agency sein, tarnen die sich jetzt auch unter den "Tarnnamen" BUNDESNACHRICHTENDIENST oder kommt der Director der NSA, Herr Admiral Rogers, auch nach Bad Aibling und enthüllt ein neues Schild an der Mangfall-Kaserne ?


    Und was ist mit dem Antennenfeld weiter nördlich von der Kaserne? Hier heißt es immer noch "Militärischer Sicherheitsbereich". Und bei einem MSB gilt das Recht des UZwGBw (Gesetz über die Anwendung unmittelbaren Zwanges und die Ausübung besonderer Befugnisse durch Soldaten der Bundeswehr und verbündeter Streitkräfte sowie zivile Wachpersonen). Aber der BND ist doch kein Militär. Wo sind also die Wachsoldaten und die zivile Wache der Bundeswehr, nur diese dürfen neben den Feldjägern das UZwGBw ausüben?
    Ob das alles wohl gut durchdacht ist?


    Jetzt hatte man sich an den Namen Bundesstelle für Fernmeldestatistik gewöhnt und fast jeder wusste auch wer dahinter steckt und jetzt muss man schon wider umdenken/-lernen. :icon_biggrin2_1:


    Gruß
    Jäger

  • Nachtrag:
    Es gibt Kinderbücher für Kinder von Soldaten, z. B. mit den Titeln: "Mein Papa ist Soldat" und "Papa war weit weg". Wie wäre es mit einem neuen Buch: "Mein Papa ist Agent" (bitte nicht missverstehen, ist nicht zynisch gemeint), auch diese Kinder müssen manchmal mit einer Legende leben (sie wissen es oft nur nicht).


    Ja und was ich noch dazu im Netz gefunden habe: In einem Artikel wird geschrieben, dass der Vorläufer dieser Abhörstation ein Raketenbataillon der Luftwaffe war. In einem Forum wurde das gleich aufgegriffen und so geschildert, dass früher unter den Kuppeln Raketen abschussbereit waren. Das ist natürlich Quatsch. In der Mangfall-Kaserne war nur die Unterkunft für die Soldaten einer Flugabwehrbatterie und kein Bataillon. Und die Raketenstellung war viel weiter weg in Lampferding.
    Aber interessant, was oft so geschrieben wird.

  • Hallo Leute,
    der BND stellt in einer sogenannten "Transparenzoffensive" Schilder an allen Außenstellen auf, die bisher mit Tarnbezeichnungen benannt waren.
    Hier die ersten Bilder aus Bad Aibling.
    Grüsse,
    Boschu

  • Hallo,


    über Pfingsten war ich im südlichen Baden-Württemberg, auch hier waren am Freitag und Samstag die Tageszeitungen voll mit den Berichten über die "Öffentlichkeitsarbeit des Bundesnachrichtendienst" (so auch am Freitag noch einen Filmbeitrag aus Bad Aibling im Bayerischen Fernsehen mit Enthüllung des "Firmenschildes" an der Mauer der Mangfall-Kaserne). Da hat die Pressestelle des Bundesnachrichtendienst wohl ganz groß die Werbetrommel gerührt und ich muss sagen, auch gut gerührt.


    In Baden-Württemberg befassten sich die Medienblätter natürlich in erster Linie mit dem Ort Rheinhausen und dem Ionosphäreninstitut. Auch, dass hier schon eigentlich seit 40 Jahren bekannt war, dass dahinter der Geheimdienst steht (in Rheinhausen seit ca. 1970).
    Es wurde auch die große Antenne im Freizeitpark Rust angesprochen, angeblich ein "Geschenk" des ehem. Geheimdienstkoordinator Bernd Schmidbauer an den Freizeitpark. Diese Antenne regt ja immer noch in so manchen Foren die Phantasie der User an.


    Was mir aber zum Punkt objektive Berichterstattung in den Artikeln aufgefallen ist war, dass von 4 weiteren Lauschstationen in Bayern geschrieben wurde, die ebenfalls Abhörstationen sind, mit denen der BND im Ausland über Funk übertragene Telefonate oder E-Mails abfängt.
    Nun bleiben wir mal bei der Zahl 2 und nicht 4 Abhörstationen in Bayern. Ich glaube nicht, dass die verbliebenen Apfelbäume auf der Streuobstwiese, die anderen mussten einem Neubau weichen, im Raum Starnberg als Apfelbaum getarnte Antennen sind und im Würmtal brauchen die Nachbarn auch keine Bedenken haben, dass ihre Handys abgehört werden. Hier sagte man schon in den 80er Jahren, unsere Nachbarn sind die mit den großen Ohren (wörtlich Rede einer Anwohnerin), was wiederum klarstellt, dass das Schild mit dem Bundesadler und dem Text Bundesnachrichtendienst schon lange überfällig war (ein Schild mit Bundesadler war hier schon vorhanden, nur ein anderer Text).


    Mal sehen, ob der Bundesrechnungshof in den nächsten Jahren nicht mind. 1 Schild anprangert, dass diese Ausgaben unnötig waren, da diese Liegenschaft ja aufgegeben werden soll :icon_biggrin_1: .


    Gruß
    Jäger

  • "Was mir aber zum Punkt objektive Berichterstattung in den Artikeln aufgefallen ist war, dass von 4 weiteren Lauschstationen in Bayern geschrieben wurde, die ebenfalls Abhörstationen sind, mit denen der BND im Ausland über Funk übertragene Telefonate oder E-Mails abfängt."


    Hallo zusammen, in dem oberen Satz zeigt sich mal wieder dass sämtliche Schreiberlinge der Zeitungen nur gegenseitig oder maximal von der Pressemitteilung abschreiben. Investigativ recherchiert oder kritisch hinterfragt wird nicht mehr. Denn praktisch alle haben erwähnt, dass der BND in diesen Anlagen "im Ausland über Funk übertragene Telefonate oder Mails abfängt"
    Was mich mal von den Experten hier interessieren würde: Wie habe ich mir die Tätigkeiten in Bad Aibling oder am Elm genau vorzustellen. In beiden Fällen kommen im Prinzip Sat-Spiegel zum Einsatz. Damit kann man sicher wunderbar das Signal von Intelsat-Satelliten oder anderen Trabanten abfangen und auswerten. Wie aber bitte werden mit diesen Spiegeln Handy-Gespräche aus Afghanistan abgefangen? Bestimmt nicht auf der Strecke Handy ---> Basisstation (BTS). Auch für Richtfunkverbindungen benötigt man ja eine Sichtverbindung und hier ist Bad Aibling mit seinen Bergen sicher nicht der geeignete Standort. Und werden in Afghanistan Mails über Funk und nicht über Kabel ausgetauscht? Gibt's in Afghanistan andere Posten, die die vor Ort abgefangenen Signale per Satellit nach Bad Aibling oder Schöningen schicken?
    Und noch eine Frage, die zugegebenermaßen etwas OT ist: Wie soll in der US-Botschaft das Handy von der Merkel abgehört werden? Selbst mit empfindlichstem Equipment dürfte man kaum über 200 Kilometer rauskommen. In den Häuserschluchten (und so exponiert ist die oberste Etage der Botschaft nun auch wieder nicht) dürfte der Radius noch deutlich geringer sein. Wenn die Merkel also auf dem Weg zu einem Wahlkampftermin nach München oder sonstwo weiter von Berlin entfernt ist, wird die NSA taub? Nicht wirklich vorstellbar. Oder? Dass in der obersten Etage der US-Botschaft SIGIN-Ausrüstung stehen dürfte ist sicher unbestritten, aber ob damit das Merkel-Handy abgehört wird, ist doch extrem unwahrscheinlich. Sitzen die nicht eher in den Routern ihrer Helfershelfer, oder haben Telefongesellschaften gezwungen, alle Merkel-Telefonate beispielsweise über GB zu routen wo dann der GCHQ Amtshilfe leistet?
    Wie sehen Euer Wissen oder Eure Theorien zu diesen Fragestellungen aus?


    Viele Grüße,
    porztanker

  • Hallo,


    ich bin nicht der Technik-Experte, kann aber für die Personengruppe, die hier nur wegen der "Spionage" mitlesen und sich fragen: "Technik, was ist das?" folgendes selbst erlebtes berichten (die Profis hier wissen das ja):
    Alles liegt schon ca. 25 bis 30 Jahre zurück. Auf Messen und Veranstaltungen bekommt der interessierte Besucher so einiges vorgeführt (dieses Jahr ist in Essen wieder eine große Sicherheitsmesse, die SECURITY).
    Damals konnte ich erleben, wie ein Lauschangriff auf ein Gebäude vollzogen wurde: Eine Richtantenne auf eine Fensterreihe bei einem ca. 50 Meter entfernten Gebäude und schon konnte in den Kopfhören mitgehört werden, was in dem Raum gesprochen wurde.
    Unternehmen und Behörden errichten daher immer mehr abhörgeschützte Räume (gegen Sprache), wo vertrauliche Gespräche geführt werden können.


    Oder eine andere Vorführung, ein kleiner Kastenwagen mit allerlei Equipment auf der Straße. So, jetzt wollen wir mal sehen, was die Sekretärin im 3. Obergeschoss gerade auf ihren PC bearbeitet. Auf einem Monitor im Fahrzeug war der selbe Text, wenn auch etwas verschwommen, zu lesen den die Sekretärin auch im 3. OG gerade auf ihrem PC hatte.
    Früher ging man zum Schutz dieser kompromittierender (bloßstellender) Abstrahlung der elektronischen Geräte wie PC , Drucker, etc., mehrere Stockwerke unter der Erde, wenn vertrauliche Angelegenheiten bearbeitet wurden. Heute kann auch schon dank Kupfertapete und beschichteten Fenstern das Vertrauliche oberirdisch bearbeitet werden.


    Oder der folgende Fall, fällt auch schon in diesem Zeitrahmen. Ein Kastenwagen mit Hochdach stand etwas unglücklich in einer Parkreihe. Ich konnte mein geparktes Kfz sehr schlecht ausfahren und wollte den Fahrer bitten, etwas vorzufahren. Vorne war niemand, also klopfte ich an die Schiebetür. Diese wurde auch einen Spalt geöffnet und ich sah jede Menge technisches Gerät. Was mich aber mehr auch im Nachhinein verdutzte war, ich vernahm in einem Lautsprecher ein Gespräch und das war eindeutig ein Telefonat, was hier abgehört wurde. Nur in der direkten Nähe gab es keine Häuser und Handys in den 80er Jahren??


    Wenn die Technik vor über 30 Jahren schon so "gut" war, so denke ich, ist heute vieles mehr möglich.


    Gruß
    Jäger

  • offtopic: Der Kram auf den Dächern von USAMB und USCONGEN Berlin dient mit nichten SIGINT... da würde das US State Dept. und der DSS schon aus Gründen der diplomatischen Vorsicht, Rücksichtnahme und Eigensicherung nicht mitspielen. Die Anlagen sind definitiv Richtfunkstrecken zur gemeinsamen Nutzung eines eigenen Netzwerkes über Häusergrenzen hinweg. Zum Anderen nutzt man dort völlig normal und legal Betriebsfunksysteme: Haustechnik, LGF + Marines und das Protokoll sind dort QRV. Außerdem kann man sich auch denken, dass es ein globales Notfallnetz des US State Dept. auf KW und MW gibt...entsprechende Antennen finden sich auf ALLEN nonMIL US Liegenschaften!


    ontopic: Ich war kürzlich auch in einer Kaserne, die eine "Umwidmung" hinter sich hat... vom "Eulennest zur Operation Gehlen...das gibt nur Ärger" sagte ein alter Soldat so schön passend. Jeder im benachbarten Ort wußte, dass dort die Bundeswehr und Andere Funkaufklärung etc. betreiben, kaum einen hat das je tangiert... bis auf einmal Presse und Schaulustige jeden Bauern nach den "Spionen im Tal" befragen. Durch die mediale Unruhe wird nun auch öfter das lokale Y-Verbindungsbüro frequentiert...klar, es gibt keine Infos aber der normale Bürger hat jetzt Angst: Werden wir jetzt von Gegenspionagetrupps unterwandert? Sind wir ein Terrorziel? Benutzt ihr Technik die uns krank machen kann?
    In meinen Augen alles Käse mit der "Transparenzoffensive BND" : Der BND soll einfach endlich ordentlich Bericht an die parlamentarischen Kontrollgremien erstatten, soll eigene, ehrliche Berichte zur Lage der Nation bereit stellen und schlussendlich die eigene Position und Funktion klären (lassen): Verwaltungsbehörde oder Nachrichtendienst! Außerdem wäre ja da noch die Frage der Soldaten im Einsatz für zivile Behörden... sei es operativ, investigativ, als Techniker, Fachberater und nicht zu Letzt als Unterkunftssteller und Wachschutz.


    Bildbände und "Firmentafeln" sind nur Blenderei, Volksverdummung und modernes Mittel der Tarnung! ... jm2c!


    Jäger Du hast recht - die Technik war 1990 schon weiter, als wir es heute vermuten... es ist doch schon bekannt, dass man nicht mehr verwanzt, peilt oder mit geklonten Devices Signale empfängt. Der Point of Peering oder der Interconnection Point wird einfach bei einer Wartung (oder sogar bei der Aufstellung und Erstinbetriebnahme) um ein "Servicemodul" erweitert. Wer dort remote oder gepiped welche Daten abzweigt ist nicht nachvollziehbar.

  • Hallo Leute,
    der BND zeigt auf seiner Homepage Fotos der BND-Embleme bei sechs Außenstellen (Bad Aibling, Gablingen, Rheinhausen, Schöningen, Söcking und Stockdorf)
    http://www.bnd.bund.de/DE/_Hom…ktuelles/3_downloads.html
    Was ist eigentlich unter anderem mit Ladelund oder den Büros in der Mauerstraße oder Neumannsgasse (beides Berlin)?!
    Hängen da jetzt auch Schilder? Weiß jemand mehr?
    Grüsse in die Runde,
    Boschu