Sinn und Unsinn des Amateurfunkes .... lohnt sich heute noch eine Lizenz ?

  • Hey danke Hiermur. Das wusste ich noch garnicht. Sonst hätte ich die E schon lange gemacht - oder wahrscheinlich schon lange gemacht. Habe doch die Bücher vom Moltrecht hier. Nur: was will ich auf 2m Funken? "Hallo Heinz, kommste heute zum Kaffee?" Nö, keehne Lust.

  • Hi DLBB,


    Du bist ja mit Klasse E nicht auf 2m Kaffeefunk beschränkt. Die Jungs dürfen ja auch auf ausgewählten KW Bändern arbeiten mit bis zu 100W.
    Insbesondere zur Zeit Sonnenfleckenmaximum) ist das 15m und 10m Band sehr interessant für DX Verbindungen....etc.
    Digitale Betriebsarten auf KW dürften Dich ebenfalls interessieren :icon_biggrin_1:


    Otti

  • Digitale Betriebsarten auf KW dürften Dich ebenfalls interessieren :icon_biggrin_1:


    Kennst' mich, was!? :icon_biggrin_1: Das stimmt. Ich habe nämlich auch keine Lust auf diese - ist 80m bei der E erlaubt? - Sonntagnachmittag Rundenfunker. Frei nach dem Motto "Ich habe den Sack von Navassa Island auf 2,96periode7 kHz tiefer erstmal mordsmäßig zur Sau gemacht. Der Spratzt hier voll rein, Dieter (Name von der Red. geändert)." "Dat hasse richich jemacht, Kalle (Name von der Red. geändert)" "Ja, gib's ihm Kalle (Name von der Red. geändert)". :icon_confusednew_1:


    Jaja, ich weiß liebe OM: es sind nicht alle so :icon_biggrin_1: .


    Dann lieber 'nen schönen 599 QSO in PSK31 auf 18Mhz. Das war sowieso bisher mein Lieblingsband. Naher Ost und so.

  • Ja, da muss ich leider auch recht geben, der 2 Meter Amateurfunk ist leider heute das was früher mal der CB-Funk war ... uzumindest was ich bei uns hier auf den Relais so mitbekomme ....


    aber ich schieb das auch mal in einen anderen Thread da es hier ja um die vorbereitung zur prüfung geht :)

  • Diese Frage wird häufig gestellt und ich kann sie nur aus meiner Sicht beantworten:
    Durch den Amateurfunk habe ich Kenntnisse des Funkwesens erworben, die mir sonst verschlossen geblieben wären. In mehr als 30 Jahren konnte ich auf die damals gewonnenen Grundlagen aufbauen. Dabei lag mein Interesse schwerpunktmäßig in der Mikrowellen- und Radartechnik. Das Ende war erreicht in einem selbst gebauten Impulsradar und einer anschließenden Forschungsarbeit. QSO's gab es in dieser Zeit wenige. Heute bin ich schon in fortgeschrittenem Alter, habe meine ursprünglichen cw-Kenntnisse mühsam wieder aufgefrischt und freue mich über jedes qrp-QSO. Contestbetrieb mag ich nicht, weil keine Entspannung. Afu- Ist jedenfalls ergiebiger als Briefmarken anstarren oder TV glotzen.
    Ich finde, das ist ein schönes und geistig forderndes Hobby!

  • Oh, interessantes Thema. Auch ich habe mich vor vielen Jahren mal mit dem Gedanken befasst und die Unterlagen für die Prüfung fliegen vielleicht sogar noch irgendwo im Hause herum, aber bei mir war es nicht das Mobiltelefon was die Funkerei überflüssig gemacht hat sondern schlicht ( wie schon oben angesprochen ) die Gespräche welche da geführt werden.
    Und dabei habe ich gänzlich die Lust daran verloren, denn nur in möglichst kurzer Zeit möglichst viele Verbindungen abzuwickeln finde ich ebenso Banane wie sich stundenlang über Antennen zu unterhalten. Und da sind mir auch zu viele Oberwichtige unterwegs, selbsternannte Hilfssheriffs und Dergleichen.
    Kürzlich erst bin ich über eine Runde aus dem UK gestolpert und was dort gesprochen wurde unterschied sich inhaltlich keinen Deut von dem, was man hier so hört.
    Das Entwickeln und selber Bauen ist in Zeiten moderner Mikroelektronik so ziemlich überflüssig geworden, dieser Reiz ist komplett verloren gegangen.
    Vorbei die Zeiten, wo man sich noch Schaltungen gelötet hat, es gibt alles schon fertig zu kaufen, und zwar billiger und besser.
    Da halte ich es lieber mit einer Art der Funkerei die tatsächlich einen Sinn hat und wo es selbst die Berufsfunker mit den Regeln auch nicht immer ganz so genau nehmen, dem Seefunk. Leute mit Seefunkzeugnis mögen zwar von der Materie deutlich weniger Ahnung haben als die Amateurfunker aber sie nehmen sich auch nicht wichtig, bloß weil sie ein Funkzeugnis besitzen, egal ob einer beruflich oder nur als Freizeitkapitän funkt.

  • Ich hab meine Lizenz in 1984 gemacht und war die letzten 20 Jahre quasi nicht QRV. Vor ca. einem Jahr habe ich den Amateurfunk für mich neu entdeckt und muss sagen: Es lohnt sich.
    Im Auto habe ich ein 2m-Gerät zum Zeitvertreib und um Kontakt zu einigen befreundeten Funkamateuren zu halten, zu Hause jetzt einen TS440S, mit dem ich die Kurzwelle erkunde, mich mit den Ausbreitungsbedingungen und mit digitalen Betriebsarten beschäftige. Und natürlich ab und zu ein schönes SSB-QSO. Da ist natürlich auch viel 59-73-QRZ dabei, ab und zu aber auch mal ein richtiges Highlight. Zum Beispiel ein halbstündiges QSO auf 10m mit einem deutsch sprechenden Brasilianer.


    Alles in allem: Schaden tut es zumindest nicht. ;) Zumindest so lange man es als ein Hobby unter mehreren betreibt und nicht alles bier-ernst sieht..


    Jörg

  • Ich denke schon das es Sinn macht, da man damit u.a. seine Funkaktivitäten "legalisiert" , egal in welche Richtung...
    Ausserdem waren und sind es Amateurfunker, die neue Techniken entdecken und für den Alltagsbetrieb tauglich machen.
    Ich erspare mir eine Auflistung..weiss eh jeder.
    Ich hab meine Lizenz damals auf der FH (ja, wir hatten eine sehr gute ausgebaute Station mit KW und SAT) parallel zum Studium gemacht und dadurch tiefe Einblicke in die Technik gewinnen können, die ich sonst nur durch Formeln gelernt habe.

  • Ausserdem waren und sind es Amateurfunker, die neue Techniken entdecken und für den Alltagsbetrieb tauglich machen.
    Ich erspare mir eine Auflistung..weiss eh jeder.

    Doch, mach bitte mal eine Auflistung. :icon_biggrin_1:


    Seit Jahren bringt doch der Amateurfunk nichts wirklich Neues mehr hervor. Die Zeiten sind vorbei!


    D-Star, der von der Sprachqualität hinter dem 20 Jahre altem GSM liegt und mit einem proprietären Sprachcodec dem Selbstbaugedanken entgegensteht.


    Hamnet, ein "nachgemachtes" Internet.


    Irgendwann kam einer mal auf die Idee "Notfunk" als die neue Daseinsberechtigung auf die Fahne des Amateurfunks zu schreiben. - Mal ehrlich, wenn in einer Notsituation der Staat wirklich auf ein paar Hobbyisten angewiesen ist, dann läuft gewaltig was schief in diesem Land.


    Neue Einsteigerklassen mit Multiple Choice Fragen, die eigentlich nur die Zahlen und Statistiken aufhübschen sollen, aber sicher nicht für das allgemeine technische Niveau im Amateurfunk förderlich sind.


    Ich habe meine Amateurfunkerlaubnis 2010 zurückgegeben, finde die Funktechnik trotzdem weiterhin interessant. Von mir aus kann sich auch jeder weiterhin mit Amateurfunkthemen beschäftigen, aber persönlich sehe ich eher schwarz für die Zukunft des Amateurfunks.

  • Moin,
    ich habe viele Jahre "nur gehört", das wurde mir dann doch irgendwaan zu langweilig. Habe dann 2004 die Lizenz gemacht, seit dem QRV. Man muss ja nicht immer "labern", auch das Aussenden von Bakensignalen kann ja auch für andere ganz nützlich sein. Mittels WSPR kann man ja auch kleine Leistungen auf die Strecke bringen und sehen, wie weit es geht. Da es mit dem Zyklus 24 ja wohl ohnehin schon praktisch wieder vorbei ist, werden sich digitale Betriebsarten in den kommenden Jahren großer Beliebtheit erfreuen. Zudem habe ich durch die Lizenz wieder ein paar alte Haudegen gefunden, die ich noch aus meiner CB-Zeit von vor 35 Jahren kannte.
    Mit dem Hören wird es ja auch zunehmend weniger/schwieriger, auf KW verschwindet ein Rundfunksender nach dem anderen und auf den kürzeren Wellen wird alles digitalisiert, was einem auch Zugänge erschwert. Solange ich noch halbwegs gesund bin, werde ich die Funkerei so lange betreiebn, wie es geht... . Außerdem kann kann ich hier jede Kiste aufstellen, ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen....


    73s EDTY


  • Diese Schreckensvorstellung kommt auch noch hinzu... :icon_eek_1:

    Wieso?
    Die beiden OMs sind seit 30 Jahren A-lizensiert und gehören (zum Glück) nicht zu den "dein Signal ist aber 50 Hz zu breit und du könntest etwas mehr Tiefen bringen" SDR-Besserwisserfunkern....die sich ja mittlerweile zuhauf auf den Bändern finden. Zudem ist einer seit Jahren auf einen Rollstuhl angwiesen - gerade für Menschen mit einem Handicap, ist die Funkerei ein ideales Hobby. Da ich beide auch gut persönlich kenne, sehe ich hier keinen Zusammenhang, warum man auf so etwas negativ reagieren :icon_question2_1: muss.


    73s EDTY

  • Ich denke auch daß die Funkerei für Menschen welche nur schwer das Haus verlassen können eine gute Möglichkeit ist um soziale Kontakte zu pflegen. Denke nur mal Norddeutschland, alle 5 km ein Bauernhof und das im dicksten Winter. Da ist doch ein abendlicher Klönschnack über Funk eine wunderbare Sache. Auf Sylt hatten wir auch viele Jahre eine schöne Funkrunde mit Field Days und Jugendarbeit, man muß eben das Glück haben die richtigen Leute zu treffen, an meinem derzeitigen Standort ist niemand den ich vermissen würde.

  • ...es kommt doch immer darauf an, was man draus macht. Ich bin in einem sehr aktiven OV organisiert und von den Neulingen ist keiner zu uns und zur Lizenz gekommen, weil er auf einem 2m-Relais mitreden wollte. Mich persönlich reizen die Ausbreitungsbedingungen ab 50Mhz aufwärts und was man da mit vergleichsweise wenig Aufwand machen kann. Auch engagiere ich mich sehr für UKW-Contest, wobei das nicht jedermann's Sache ist - aber man muß ja nicht am Contest teilnehmen, um auch abzurechnen; man kann ja schlicht die extrem hohe Aktivität auf den UKW-Bändern nutzen, um sich an DX zu versuchen. So hatte ich letzte Woche nach 21 Jahren Lizenz den ersten Kontakt von DL nach OH auf 144Mhz - das vergisst man nicht wieder, sowas macht richtig Spaß und schon allein für solche Momente lohnt eine Lizenz.

  • also ich habe mir heute nach vielen jahren mal wieder einen besuch auf der ukw-tagung in weinheim gegönnt .... ich muss aber wirklich sagen mich wundert es nciht das es immer weniger werden die am afu interesse haben .... das war schon eine echte freakshow!
    gut, es waren auch ausnahmen darunter ... aber das was an "jüngeren" dort war konnte man an zwei händen abzählen

  • Quote

    das war schon eine echte freakshow!


    Haha, dass war doch früher schon so. Ist bestimmt 15 Jahre her, dass ich das letzte Mal dort war. War damals aber auch die letzten Jahre gar nicht mehr auf der Tagung, sondern nur im Schwimmbad oder betrunken auf dem Zeltplatz ;-)


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  • CW würde mich interessieren. Aber was man so auf den Internetseiten engagierter Funker liest - Herrjeh, man würde mir ständig vorwerfen mit dem linken Fuß zu morsen.
    "Freakshow" ist vermutlich der richtige Begriff; Vor einem profunden Fachwissen habe ich großen Respekt, keine Frage, aber als Außenstehender muß man beinahe zwangsläufig den Eindruck haben die Herren halten sich für Halbgötter und es Ihrer nicht würdig sich mit jemanden zu unterhalten der die Pause zwischen Punkt und Strich nicht auf die Hundertstelsekunde genau trifft. Vorschriften, Vorschriften, Vorschriften, oberlehrerhaftes Gehabe. Was ist mit der Freude am gemeinsamen Hobby? Was ist mit der Kommunikation?
    Da geht's doch echt bald nur noch darum wer das tollste, teuerste, am meisten gepimpte Gerät im Shack hat, ( oder gleich 30 verschiedene - was wollen Die damit? ) die gleichen Leute die Sonntags ihren Opel mit dem Wattestäbchen putzen und im Rechtsstreit mit ihren Nachbarn liegen. Die naserümpfend auf die Baggage im 2m-Band herabblicken weil die ja keine "richtige" Lizenz haben. So kommt's Einem vor.


    Wißt Ihr was man im Reitsport gemacht hat? Man hat die Regularien gelockert um den Leuten den Spaß am Sport zurückzugeben. Da gibt's Fun-Veranstaltungen "in Anlehnung" an die offiziellen Regeln, aber eben nicht mit genauer Einhaltung aller Vorschriften und Formulare, das kommt erst in den höheren Klassen wo es Geld gibt. Man kann an Wettbewerben teilnehmen ohne sich in ein Vorschriftenkorsett zwängen zu lassen.


    Der ganze LPD- Kram hat einen gewissen Schwung in die Richtung gebracht und CB steht immer noch Jedem frei, dank der Vielzahl der nun erlaubten Kanäle mehr denn jeh.
    Aber der "richtige " Funk ist doch immer noch ein elitärer Zirkel von alten Herren die unter sich bleiben wollen. Das fängt schon damit an, daß man in Zeiten moderner Mikroelektronik und China-Billigstimporte für einen alten, gebrauchten KW-Empfänger 300€ hinlegen muß, von einem Transceiver ganz zu schweigen.
    Wenn man nur "dazugehören" kann indem man mindestens 5000 Teuros locker macht dann braucht man sich doch nicht zu wundern wenn die jüngere Generation dankend abwinkt.
    Die Prüfung in der heutigen Form ist wirklich nicht schwer, man muß nicht übermäßig begabt sein um eine Lizenz zu erwerben aber der DARC ist nicht einmal halb so attraktiv wie die Feuerwehr, welche oftmals in ländlichen Gegenden die einzige soziale Begegnungsstätte überhaupt darstellt; Der Blick auf die Homepage zeigt eine völlig falsche Ausrichtung, nämlich ausschließlich auf bestehende Mitglieder und keinerlei Ansatz, das Hobby Amateurfunk für Neuzugänge attraktiv zu machen.


    Das ist meine bescheidene Meinung und ich sehe es sehr positiv daß das Thema auch unter Amateurfunkern selber kritisch betrachtet wird. Da müssen die alten Funktionäre und Strukturen raus und ein neues Konzept rein, so wie es z.B. im Snooker passiert ist; Es liegt an den Funkern selber ihr Hobby wieder attraktiv zu machen.