wie ist der neue RTL SDR mit R820 tuner ?

  • Unter 30 MHz kannst du mit einer Discone keinen Blumentopf mehr gewinnen, da brauchst schon was längeres bzw. eben entsprechend andere Antennenformen, die für die Kurzwelle besser geeignet sind. Ob sich der finanzielle Aufwand für einen Upconverter lohnt ist immer auch eine Frage, was du damit vor hast. Dass die DVB-T-Sticks keine Highend-Empfänger mit besonders viel Dynamik, guten Filtern und rauscharmen Vorverstärkern sind, sollte einem schon bewusst sein. Ansonsten machen sie angesichts ihres Preises und der Möglichkeiten die sie bieten eine Menge Spaß und bieten Funktionen, die mit herkömmlichen Empfängern eben so auch nicht wirklich realisierbar wären (oder nur mit entsprechenden Kosten).


    Jau, rate mal warum ich zum Stick und nicht zu einem Tischscanner gegriffen habe? :)


    Quote


    Willst du eher oberhalb von 30 MHz unterwegs sein und hast Platz für eine gescheite Antenne, dann ist eine Discone auf dem Dach super. Soll es in erster Linie 2m und 70cm Amateurfunk sein, dann kannst du auch über eine entsprechende Groundplane, bspw. von Diamond, nachdenken.


    Für was Festes ist leider kein Platz, zwar ist der Dachboden leer aber ich kann baulich bedingt keine Antennenkabel unters Dach legen. Da wäre die einzige Möglichkeit Wireless USB so das der Stick unterm Dach bleibt, aber das ist für den Einsatz total überdimensioniert. :)


    Ich hab jetzt das Netzteil für die DVB-T-Antenne gefunden, so wirklich mehr kommt damit jetzt auch nicht, die örtliche Taxifrequenz kommt jetzt ein klein wenig rein aber das ist eh uninteressant. Dafür sorgt wohl der Verstärker in der Antenne dafür, dass diverse UKW-Radiosender auf völlig falschen Frequenzen auftauchen, deutlich unter 88MHz, selbst bei 27MHz findet sich noch einer.


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    Für den Portabel-Betrieb ist eine Antenne für Handfunkgeräte durchaus nicht zu verachten, auch da gibt es relativ große Qualitätsunterschiede.
    Du kannst dich hier aber auch noch bisschen umsehen, um überhaupt erstmal einen Überblick zu bekommen, auch zu Antennen ist schon eine ganze Menge geschrieben worden.


    Ich war gestern bei Conrad, die hatten da eine Hand voll CB- und Scannerantennen, sollte ich argwöhnisch werden, dass die Verpackung vollmundig 30-1300MHz verspricht? Das war auch nur ein 30cm Draht mit zwei Wicklungen. Dafür wollte ich dann doch keine 50€ ausgeben. Wäre gut was zu finden was man mal eben am Fenster oder im Garten aufstellen kann, zur Not mit einer Klemme an der Fensterbank.


    Ideen?

  • Hallo,
    der Stick geht bis ca. 24 Mhz (Exemplarabhägig) nach unten abzustimmen, darunter rastet die PLL nicht mehr ein. KW- Empfang (24-30 Mhz) geht physikalisch (ausser Bodenwelle) nur bei entsprechend aktiver Sonne (wir haben gerade ein elfjäriges "Hoch" - welches aber sehr bescheiden ausfällt) und möglichst am Tag, wo die Sonne scheint. Darüber hinaus erfolgt noch die Ausbreitung über sporadic E, was gerade jetzt in den Mai bis August (wie der Name schon sagt sporadisch) auftritt. Die zu hörenden Distanzen umfassen dabei den Umkreis von >700 km. Jetzt sind zB. oft Stationen aus Russland, Balkan, Italien , Spanien u.s.w. täglich zu hören. Es sind auch Mehrfachsprünge der Raumwelle denkbar, wenn eine weitere "E" Wolke im Weg liegt. Stationen unter 1000 km hört man nicht. Bei einer richtig aktiven Sonne, geht es natürlich auch bis in den Pazifikraum (auf besagten Frequenzen - hat dann aber nichts mehr mit sporadic E zu tun). Das gleiche gilt für Frequenzen oberhalb 30 Mhz. Nur da tritt dieser Effekt mit zunehmender Frequenz immer seltener auf. Vor 11 Jahren konnte man noch sehr oft Südamerika auf 50 Mhz hören (wie schon erwähnt, war die Sonne damals fleißiger).
    Die Signale im 12m, 11m (CB) und 10m Band, sind bei sporadic E so stark, dass man sie mit einfachsten Mitteln empfangen kann. Zum Empfang mittels des Sticks, reicht auch einfach nur ein Stück Draht (für den erwünschten Bereich möglichst Lamda/4 und als Gegengewicht irgendeine Masse - Heizung, Waserrohr ect). Die Antenne bildet praktisch Deinen ersten Vorkreis im Empfänger. Ist sie resonant, empfängt Dein Stick möglichst viel von dieser Frequenz und Du kannst die Gain runter drehen - gewinnst dadurch Großsignalverhalten - ausserhalb liegende Signale werden gedämpft. Machst Du aber nur 75 cm als Antennendraht dran, gibt es den starken UKW Sendern um so mehr die Gelegenheit Deinen Empfänger dicht zu machen, da diese Antenne auf UKW resonat ist. So funktionieren eigentlich alle Antennen. Dieser Breitbandkram funktioniert eigentlich nur mit Empfängern, welche eine ordentliche Vorselektion besitzen, oder Du wohnst fernab einer starken HF Quelle. Diese Gegenden sind aber rar geworden (zB. DVB-T, BOS, UKW Füllsender).
    Die Antenne von Conrad kenne ich ehrlich nicht. Ich versichere Dir jedoch, dass ich jedes Stück Kabel auf diesen Frequenzbereich irgend etwas empfangen kann. Fragt sich nur wie gut. Man braucht also Gewinnangaben zur Frequenz. Ohne diese Daten ist keine Aussage möglich, ob das Teil funktioniert.
    Der wichtigste Punkt ist der Standort der Antenne. Du wirst in einem Hof der Innenstadt mit einer 20 Element Yagi nicht annähernd das empfangen, wie auf dem Dachfirst mit einer Groundplane. Hinzu kommt der ganze Elektrosmog (fängt bei Deinen PC Netzteil an, falls Du ein Laptop benutzt - ziehe mal das NT ab - fahre den mal auf Akkubetrieb und betrachte einmal den Signalpegel). Wenn Du in einer verseuchten Gegend wohnst, hilft Dir die beste Antenne nichts, da sie die Störung und das Nutzsignal gleichermaßen empfängt. Eine Richtantenne (3-4 Element Yagi drehbar - der Traum aller Funkamateure) brauche ich Dir jetzt als Gegenmaßnahme nicht vorzuschlagen.
    Zusammenfassend möchte ich festhalten:
    Fertige Dir für Deinen interessanten Frequenzbereich aus Klingeldraht eine Lamda/4 Länge. Daran kommt der Mittelleiter des Koaxkabels. Das Aussengeflecht des Koaxkabels muss an eine Masse oder noch besser an einen zweiten Draht der gleichen Länge (das ist dann der mittelgespeiste Lamda/2 Dipol)
    Keine käufliche Antenne (ausser Yagi (Quad minimal) oder gestockte Systeme ab 2m Band aufwärts) gehen besser - Physik lässt sich nicht überlisten. Falls das nicht hilft, musst Du den Standort der Antenne verändern (raus aus dem Störnebel). Die Sticks sind von der Empfindlichkeit im 2m Band ungefähr so empfindlich, wie Handfunkgeräte, also durchaus brauchbar. Viel Spass beim Basteln.

  • dl4asi :


    Dank dir für die ausführliche Erklärung. Ich bin einfach ein Spielkind mit Affinität für Technik, zum Amateurfunker hat es bei mir nie gereicht, schon alleine
    aus Gründen der Finanzen. :) Daher hat mich das etwas gewundert, dass man plötzlich 2MHz Bandbreite am PC für extrem kleines Geld bekommt, wenn auch
    in einer anderen Qualitätsliga. Ich hatte zuletzt ein ICOM PCR 100, da fehlte mir aber deutlich der Spielfaktor weil der Kasten sich nur über den PC tunen
    lies, man aber kein Spektrum hatte. Daher hatte ich mich auch mit der Antennenfrage nicht wirklich weiter beschäftigt.


    Wie gesagt, unter dem Dach ist theoretisch noch Platz, Strom ist auch vorhanden, allerdings fehlt die Möglichkeit ein Antennen- oder WLAN-Kabel zu verlegen.
    Was ist von den "Fensterantennen" mit Saugnapf zu halten? Das wäre noch eine der besseren Lösungen, fällt außen nicht auf. Allerdings haben wir hier an der
    Giebelseite ein weiteres Haus in rund 5m Entfernung stehen.


    Was BiQuads angeht bin ich wohl zu sehr der Grobmotoriker, ich hatte für das nächste ATV-Relais in Essen mit 1291MHz Ausgabe eine BiQuad mit 5,6cm Kantenlänge gebogen, weder im Spektrum vom Stick noch am Satreceiver war was zu finden. Problem: so wirklich symetrisch war das alles nicht, +-3-4mm trotz Bastellei mit der Spitzzange.


    Was den Dipol angeht: kommt es dabei auf die Symetrie des Drahtes an? Ich hab hier noch 8m (2,5mm²) 230V Verlegekabel, wenn das gestript ist sieht das alles andere als glatt bzw. gerade aus, irgend eine Biegung hat es immer. Es reicht wohl nicht einfach zwei Klingeldrähte in entsprechender Länge aus dem Fenster baumeln zu lassen? :) Interessanterweise brachte auch die einfache UKW-Drahtwurfantenne nicht wirklich besseren Empfang, konnte ich diese auch nicht ordentlich entfalten / an die Wand nageln.


    Übrigens: ich benutze ein 5m USB-Verlängerungskabel, hat das eventuell durch Abstrahlung negativen Einfluss auf den Empfang? Ist noch eines ohne x-fach Schiermung (nur Standarddrahtgeflecht/Folie) und auch ohne Mantelstromsperre.


    Achja: Die NOAA- und Meteosat-Frequenzen sind im Moment so mein Hauptinteresse, abgesehen vielleicht von dem ATV-Zeug das man noch empfangen kann, aber da gabs bisher ja auch keinen Softdecoder, oder?

  • Natürlich kannst Du Dir an die obere Ecke Deiner Fensterscheibe einen Saugnapf als Aufhängepunkt aufpeppen oder Du klemmst einen Strick oben zwischen Fenster und Rahmen. Am Strick bindest Du Dir 55cm Draht an welcher direkt auf den Mittelleiter Deines Koaxkabels geht. An das Außengeflecht Deines Kabels kommen weitere 55 cm, welche einigermaßen nach unten hängen sollten (evtl. Gewicht daran befestigen). Wenn das ein bisschen Krum liegt macht das überhaupt nichts. Dieses Gebilde sollte um die 137 Mhz etwas empfangen können. Du brauchst aber zu den WX-Sats freie Sicht und da wird bei Dir das Problem liegen. Streng genommen braucht man für diese Sats zirkumpolarisierte Antennen, ich selber habe mit einen FT50 Handfunkgerät und Horizontaldipol (der war auch nur aus Draht selber gebogen) top Überflüge aufgezeichnet, hatte diese Antenne allerdings auf einen Wohnblock mit totaler freier Rundumsicht stehen. Leider habe ich nach einen Umzug keine Antennengenehmigung mehr erhalten und behelfe mir jetzt auch mit solchen Fenster bzw. Balkonlösungen.
    Wenn Du mit der Drahtlösung empfängst kann man dann später weiterbasteln. Vielleicht hast Du ein Fensterbrett aus Metall, wo man einen Antennenfuß mit einer Klemme befestigen kann (das CB Funk Zeugs ist da am preiswertesten). Zum Funken schraube ich da immer einen Strahler passender Länge (Schweißdraht) dran.
    Für Deine bisherigen Misserfolge habe ich eigentlich nur 2 Erklärungen.
    1. Du wohnst in einen hoffnungslos HF verseuchten Gebiet. Um das zu testen brauchst Du nur einmal zu sehen, welchen Grundpegel Du ohne Empfangssignal (also auf einer freien Frequenz) hast. Entferne dazu die Haken von Tuner AGC und RTL AGC und schiebe den Tuner Gain auf ungefähre Mittelstellung. Ziehe jetzt Deine Antenne vom Stick ab. Der Grundpegel, darf sich jetzt nicht merklich verringern. Die Differenz zwischen den Grundpegeln (mit und ohne Antenne) ist Dein Elektrosmog, über den jedes Empfangssignal erst einmal hinweg muß, um bei Dir hörbar zu werden.
    2. Der Stick ist defekt. Habe hier auch noch einen mit defekter Vorstufe. Die Dinger empfangen zwar dann noch ein bisschen, dreht man die Tuner Gain aber über 10dBm wird der Empfang immer dünner. Ein "gesunder Stick mit R820" liegt vom Empfangsniveau etwa auf der Höhe eines Handfunkgerätes. Zumindest meine 2 Handfunkgeräte (FT50R, Alinco Dj100) habe ich damit verglichen


    PS: Ich habe hier auch nur so eine billig USB Verlängerung, ohne Ferrite usw., mein Laptop seucht so zwischen 200 khz bis ca. 5 Mhz rum (Netzteil) und ist darüber zahm. Habe aber auf Arbeit ein Exemplar welches im Nachbarzimmer das Radio ausbläst (das Schaltnetzteil davon ist die blanke Hölle), mit so einen Teil würde der beste Stick der Welt nichts empfangen.

  • DL4ASI, Thx für deine Beiträge ;) Sprichst mir quasi aus der Seele ;)


    Kleiner Tipp am Rande: Wenn der Störnebel zu hoch ist, erstmal alle Schaltnetzteile stilllegen (Steckernetzteile, TV's, usw). Bei mir sind Settopboxen besonders lästig. Extrem sind bei mir die Telekom Entertain IP-TV Receiver.


    Ich habe schon einiges an Ferritkernen, an allen möglichen Leitungen, verbaut. Brachte keine 100%ige Abhilfe, aber mindert doch etwas.


    Dazu kommt noch die BK-Anlage (Kabelfernsehen), die mies geschirmt ist.