Agentenschleuse in Nordhessen

      Agentenschleuse in Nordhessen

      Hallo an alle Interessierte der Sigint-Group,

      an der ehemaligen innerdeutschen Grenze existieren auch in Nordhessen noch interessante Überreste aus dem Kalten Krieg:

      Ein Kilometer langer Weg aus Betonplatten der mitten im Wald bei Hitzelrode in Nordhessen verläuft erinnert auch noch 25 Jahre nach der Wiedervereinigung an die frühere innerdeutsche Grenze. Man kann dort ein Stück des 3 Meter hohen und feinmaschigen Grenzzauns sehen. Einige Meter weiter versteckt ist noch ein Wasserrohr aus Beton das ca. einen halben Meter im Durchmesser hat zu finden. Diese Röhre war streng geheim und hatte einmal als Agentenschleuse gedient. Es ist ein nur wenige Meter langes Tunnelrohr das beim Zaunbau unter den Grenzzaun gelegt wurde und konnte sowohl als Wasserablauf für Regenfälle als auch zum Durchgang für Stasi-Agenten verwendet werden.

      Über eine solche Agentenschleuse konnten Ost-Spione die Zäune und das freie Feld ungesehen überwinden und kamen umgeben von Bäumen und Sträuchern noch auf DDR-Gebiet wenige Meter vor der Grenze zur Bundesrepublik wieder heraus. Von dort aus konnten sie dann z.B. in ein Cafe oder eine Kneipe gehen und die allgemeine Stimmung im Westen umbemerkt auskundschaften. Auf dem gleichen Weg konnten sie dann auch wieder genauso umbemerkt zurück in die DDR gelangen. Von den westlichen Grenzpatroullien waren diese Röhren nicht zu erkennen gewesen da die ostdeutsche Grenze ja nicht übertreten werden durfte.

      Die Schleuse bei Hitzelrode wurde erst (so wie andere auch) 1990 nach der Grenzöffnung entdeckt. Auch Wanderer können diese Agentenschleusen leicht übersehen. Daher hat man hierzu Hinweisschilder vom Dokumentationszentrum zur deutschen Nachkriegsgeschichte dort angebracht. Man kann davon ausgehen dass für die DDR-Spione sicherlich noch einige weitere Schleusen exsistiert haben: So z.B. auch in Wendehausen im Werratal. Auf Initiative des Heimatvereins Altenburschla (Hessen) hat der Heimatverein Wendehausen (Thüringen) diese Röhren-Enden wieder freigelegt.

      MFG
      Karl-Heinz Rühl
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