Notfunk-Netzwerk DRK

      Notfunk-Netzwerk DRK

      Hallo,

      im Katastrophenfall wurde wohl z.B. beim DRK ein Notfunk-Netzwerk realisiert. Unter

      fdb-drk.de/system.html

      kann man dazu einiges lesen. Offensichtlich wird Pactor III als Übertragungsverfahren eingesetzt, wobei ich bisher dachte, dies kann für Normalanwender nur von den SCS-Geräten eingesetzt werden. Gibt es eigentlich festgelegte Frequenzen im Einsatzfall bzw. Testsendungen, um die Bereitschaft der Geräte zu überprüfen?

      Ich habe mich erst kurz per Google-Suche eingelesen, gibt es dazu eventuell umfassendere Abhandlungen im Internet?

      Wo ist eigentlich die Berechtigung der "teuren" SCS Pactor 4 Geräte im Amateurfunk oder sind diese Geräte fast ausschließlich im Profibereich angesiedelt?

      Vielen dank für konstruktive Antworten.

      Grüße
      Andreas
      <ironie> Aber Notfunk ist doch die neue Daseinsberechtigung der Funkamateure! </ironie>

      Ok, Spaß beiseite, es sind ja konstruktive Antworten gefragt... ;)

      Das finde ich äußerst interessant! Das Rote Kreuz ist doch in erster Linie ein Verein, die Funkamateure haben sich neuerdings groß den Notfunk auf ihre Fahne geschrieben, aber eigentlich würde ich im Katastrophenfall den Staat, respektive die BOS in der Verantwortung sehen.

      Wie passt das alles zusammen? Gibt es da eine koordinierende Instanz? Oder merkt man bei dem Thema erst dass es klemmt, wenn alles zu spät ist? Seit dem Ende des kalten Krieges wurde ja einiges am Katastrophenschutz eingespart. Ich kann mich erinnern, dass es früher mal einen sog. "Fernmeldetrupp" gab, bei dem man durch eine Verpflichtung seinen Wehrdienst ableisten konnte. Irgendwann würde der dicht gemacht und die Leute haben sich auf die verschiedenen THW-Ortsverbände verteilt.

      Gruß

      SkyWatcher
      Hallo Skywatcher,

      ja, die Funkamateure haben sich dieses Themas unter anderem angenommen, etwas mehr beaachtung in der gesellschaft für ihr Hobby kann sicher nicht schaden!??

      Mich hat nur gewundert, dass diese nicht gerade preiswerten Geräte auch bei Wimo angeboten werden, also als Zielgruppe vor allem Amateurfunker haben. Aber der Amateurfunk hat schließlich viele digitale KW-Betriebsarten (preiswerte Technik), die nicht solcher teurer Hardware bedürfen, darum die Frage, was macht der Amateurfunk damit!?

      Gibt es hier als SWL eventuell etwas Interessantes zu hören/lesen??

      Grüße
      Andreas
      Pactor kommt doch ursprünglich aus dem Amateurfunk und hat sich über die Jahre zu einem zuverlässigen Standard in der KW-Welt etabliert, den auch viele kommerzielle Anwender nutzen.

      Warum sollte jetzt jemand (Funkamateur) der für 2-10k€ ein KW-Gerät kauft nicht auch noch für 2k€ einen Pactor Controller kaufen und damit mit gleichgesinnten kommunizieren wenn er Spaß dabei hat?

      Jedes Hobby hat so seine Facetten. Der eine bastelt einen QRP-Transceiver und der andere stellt sich die Bude mit Gerätschaften im Wert eines Mittelklasse-Autos voll.
      Hallo Skywatcher,

      das DRK ist nicht nur ein "Verein". Als Langjähriger DRK´ler, und auch teilweise in der IuK eingesetzt, kann ichsagen das wir den Auftrag der Nationalen Hilfsgesellschaft wahrnehmen.

      Wir sind voll in den Katerstrphenschutz der Länder und des Bundes integriert.

      Wir vom DRK Dortmund haben sogar über Jahre hinweg eine eigene HAM Station betrieben.

      73

      Elmar
      "Der Schlüssel zu Sicherheitsregeln ist, zu wissen,
      wann man sie verletzen kann und dabei trotzdem im Rahmen vernünftiger
      Sicherheit bleibt." Charles A. Doswell III :thumbsup:

      SkyWatcher schrieb:

      <ironie> Aber Notfunk ist doch die neue Daseinsberechtigung der Funkamateure! </ironie>

      Ok, Spaß beiseite, es sind ja konstruktive Antworten gefragt...

      Das finde ich äußerst interessant! Das Rote Kreuz ist doch in erster Linie ein Verein, die Funkamateure haben sich neuerdings groß den Notfunk auf ihre Fahne geschrieben, aber eigentlich würde ich im Katastrophenfall den Staat, respektive die BOS in der Verantwortung sehen.

      Wie passt das alles zusammen? Gibt es da eine koordinierende Instanz? Oder merkt man bei dem Thema erst dass es klemmt, wenn alles zu spät ist? Seit dem Ende des kalten Krieges wurde ja einiges am Katastrophenschutz eingespart.


      Ja, Funkamateure könnten das. Aber warum sollten sie das tun? Warum sollten sie ihre teure Technik, ihr Knowhow und ihre Zeit der Allgemeinheit zur Verfügung stellen und im Notfall Funkhilfe leisten, wenn sie dafür verlacht werden und das in Wirklichkeit doch niemand will...

      Die Hilfsdienste wollen das nicht, die Behörden wollen das nicht, und die Fernmeldeanbieter wollen das auch nicht ... obwohl ziemlich regelmäßig bei Großschadenslagen (siehe Loveparade) alles ausfällt und schwere Folgen daraus entstehen. Funkamateuren wird grundsätzlich nicht die Kompetenz zubemessen, dann helfend einspringen zu können, wenn die eigene Kompetenz mal wieder beharrlich überschätzt worden ist und Tote zu beklagen sind.

      Funkamateure können bei einem weltweiten Ausfall des Internets über ein Parallelnetz (Hamnet) den Emailverkehr aufrecht erhalten, über KW und UKW-Bänder Sprechfunk, Datenverbindungen und Livebilder zur Verfügung stellen, Relaisfunkstellen aufbauen, tagelange autarke Leitstellen an jeden Ort der Welt realisieren und ein ebenso weltweit funktionierendes Ortungssystem (APRS) anbieten.

      Ich bin Funkamateur, und verfüge über all das in Professionalität der Ausstattung, hinter der die Katastrophen-, Rettungs- und Sicherheitseinrichtungen weit zurückbleiben. Ich wüsste aber keinen Grund, warum ich das zur Verfügung stellen soll, nachdem ich 40 Jahre die Erfahrung gemacht habe, dass das wirklich niemand will... ich weiss, dass es vereinzelt (!) gegenteilige Erfahrungen gibt. Das sind aber absolute Einzelfälle. Im Großen und Ganzen wird dieses Angebot des Amateurfunkdienstes rundweg abgelehnt und verlacht. Also, warum also sich engagieren...
      Hallo Gode_RE,

      herzlich willkommen im Forum, in der Realität und im Facebook und Smartphone-Zeitalter. "Undank ist der Welten Lohn" hat schon meine Oma immer gesagt und das gilt heute wohl mehr den je...

      Hier nochmal ganz klar:
      1. Ich habe vor 25 Jahren auch die Amateurfunkprüfung absolviert, aber mein Rufzeichen mittlerweile agbegeben.
      2. Ich will, dass der Staat dafür sorgt, dass wenn "die Kacke wirklich am Dampfen" ist, die Lage noch halbwegs unter Kontrolle bleibt und es Instanzen gibt, die sich mit diesem Thema hauptberuflich und professionell beschäftigen. Die, wenn es drauf ankommt, Ihre Aufgabe machen und sich nicht mit Ihrem Engagement profilieren!
      3. Wenn wirklich alles zu spät ist, dann tut auch Hamnet, UKW und Kurzewelle nur noch so lange, bis das Benzin im Stromaggregat zu Ende, oder der Akku leer ist.
      4. Wenn ich hier auf DB0LBX tagtäglich höre, wie manche Funkamateure andere Funkamateure und auch Arbeitskollegen mit dem Namen einer bestimmten Körperöffnung bezeichnen, dann brauch ich mich nicht zu wundern, wenn die Funkamateure verlacht werden. Diese alltägliche Kommunikation trägt maßgeblich zum Bild der Funkamateure bei, nicht wenn alle Jubeljahre mal eine Notfunkkommunikation wegen eines Erdbebens sonst wo statt findet. Auch wenn der DARC das dann als tolle News auf seiner Homepage verbreitet.
      Gruß

      SkyWatcher

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von „SkyWatcher“ ()

      Hallo,

      nochmal zum Thema Notfunk, DARC und Öffentlichkeitsarbeit im Amateurfunk:

      Seit kurzem landet man hier, wenn man sich beim DARC als Unbedarfter, Nicht-Mitglied, Interessierter, oder Sonstwas beim großen deutschen Dachverband über die letzen Ereignisse zum Thema Amateurfunk informieren möchte:

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      Ist das wirklich fruchtbare Öffentlichkeitsarbeit? Als interessiertes Nicht-Mitglied würde ich sicher nicht auf den Gedanken kommen, hier Mitglied zu werden. Ich würde mir hier eher andere Gedanken machen, die ich an dieser Stelle nicht weiter ausführen möchte.

      Gruß

      SkyWatcher

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „SkyWatcher“ ()

      AW: Notfunk-Netzwerk DRK

      Moin.
      Bei Computerzeitschriften sieht das in der Regel auch nicht anders aus.
      Ein paar aktuelle Artikel bekommt man kostenlos, der Rest ist nur für Abonnenten oder gegen Bezahlung zugänglich.
      Und selbst die Zeitschriften/Zeitungen machen das inzwischen auch so.
      Das Leseverhalten der Kunden verlagert sich von Print ins Netz und so müssen auch die Refinanzierungen angepasst werden.

      Man mag über den DARC denken, was man will, aber an dieser Praxis habe ich eigentlich nichts zu kritisieren.

      Viele Grüße, Jörg.