BPOL Heimerzheim

      BPol Heimerzheim

      Hallo, bis auf die drehbare LP hat sich dort nicht viel geändert. Die Antennen stehen dort schon seit ca.1976 und wurden/werden zum Kurzwellenempfang genutzt. Über die heutige Nutzung kann man nur spekulieren. Siehe Aufgaben der BUndespolzei -IKTZ- Ref.56 ( § 10 BPolG ). Ob die anderen Dienststellen in Lübeck u. Rosenheim noch bestehen, ist mir nicht bekannt. Meppen wurde 2008 komplett aufgelöst.

      Gruß

      Ede
      Hallo,

      der Thread ist schon etwas älter aber ich möchte trotzdem noch meinen Senf dazugeben.
      Die BuPol. betreibt nach wie vor aktiv Fernmeldeaufklärung im Kurzwellenbereich von diesem Standort.
      Die Aufklärer arbeiten auch immer noch im Schichtdienst und haben 24h "das Ohr an der Welle"
      Auftraggeber/Bedarfsträger ist das Bundesministerium des Inneren.
      Die BuPol. ist auch Nutzer der großen Peilbasis des Bundes. Mit Azimutalpeilern (z.B. Adcock) im In- und Ausland.

      Ich hoffe ich konnte ein wenig Licht ins dunkel bringen...;-))

      Für weitere Fragen stehe ich gerne zur. Verv.

      73 de Werner
      Hallo.
      ich glaube nicht an 24 Stunden "das Ohr an der Welle".Schon in den 80er Jahren wurde an automtischen Erfassungsanlagen gebastelt.
      Aufgabenbereich der jetzigen Dienststelle Ref.56 des IKTZ siehe § 10BPolG.
      Als Peilanlagen werden evt.Partnerdienste( BND,etc.) genutzt. Ansonsten kann man auch mit drehbaren Antennen eine Peilung durchführen.

      Gruß
      Ede
      Hallo Ede,
      du hast recht.
      Mit der Wortwahl "24h das Ohr an der Welle", habe ich mich wohl etwas unglücklich ausgedrückt.
      Sicherlich ist einiges in der Erfassung von HF-Signalen automatisiert worden.
      Es bedarf aber an Pflege und Auswertung der Erfassungssysteme.
      Das bindet aber trotzdem einiges an Personal.
      Da sich z.B. die digitalen Verfahren im Kurzwellenbereich weiterentwickeln und auch neue Verfahren auftauchen, ist eine manuelle Suche/Erfassung unbedingt notwendig.
      Nach einer Analyse (Parameter...Bitstrom...Inhalt...) der Verfahren werden diese in den Automaten eingepflegt.
      Die Auswertung und Formatierung für den Bedarfsträger bindet auch Personal.

      Sicherlich kann man mit einer guten Richtantenne Peilungen durchführen. Das Peilen ist aber nur eine Richtungsfeststellung (azimutal in Grad). Wichtig für die Fernmeldeaufklärung ist aber eine Ortung der Funkstelle. Was früher mit etwas Aufwand an Karten und manueller Abfrage der Peilstellen (waren mit Personal besetzt) betrieben wurde, läuft heute voll automatisch. Es werden mehrere Peilstellen in günstiger geographischer Lage verteilt (meißt Azimutalpeiler) und die Ergebnisse der einzelnen Peilstellen für eine Ortung der Funkstelle herangezogen. Dieses System kann sogar eine einfache Klassifizierung durchführen.
      So kann das System/Mitarbeiter bei Mehrfachbelegung der Frequenz, die richtigen Peilergebnisse in die Ortung mit einfließen lassen.
      Wichtig für so eine Peilbasis ist die optimale Verteilung der Peilstellen. Sind die einzelnen Peilstellen geographisch nur auf einer Achse von Nord nach Süd verteilt, ist natürlich eine vernüftige Ortung von Funkstellen im Süden oder im Norden nicht möglich. Anders verhält es sich bei Interferometer Peilstellen.
      Diese Peiler arbeiten mit Laufzeitunterschieden der einzelnen Antennen. Grundvoraussetzung für ein befriedigendes Ergebnis ist, dass die Peilstelle den AKTUELLEN (!) Zustand der Ionosphäre kennt.
      Bei entsprechender Fütterung von Daten über den Zustand der Ionossphäre weltweit, ist auch mit einer kleinen Interferometerpeilbasis in vernünfiges Ortungsergebnis zu erzielen.
      Ich bin aber der Meinung, eine azimutale Peilbasis bei optimaler geografischer Ausrichtung, ist durch nichts zu ersetzen.


      73 de Werner
      Hallo,
      aus meiner Zugehörigkeit zur ehemaligen Gruppe FM-Wesen Heimerzheim weiss ich noch gut was alles im Kurzwellenbereich aufgenommen und gepeilt wurde.Da war aber noch Kalter Krieg.
      Nach der Wende und Abzug derRussen ( GSTD) aus der DDR ging das Funkaufkommen doch stark zurück. Die heutigen Funkzentralen sind ja relativ wenige.
      Unter priyom.org finde ich alles Nötige über einseitigen Funkverkehr der Zahlensender.

      Guß

      Ede
      Hallo Ede50

      vielen Dank für Deine Informationen!
      So weit ich weiss, ist der Peiler Ollheim eine alte Einrichtung des BGS
      Dieser Peiler ist aktuell nicht an der Peilbasis des Bundes angeschlossen!
      Die Peilbasis des Bundes besteht aktuell aus folgenden Inlandspeilern:
      Chiemsee; Übersee; Butzbach und Bramstedtlund.
      Zu dieser Peilbasis gehören auch viele Peiler im Ausland......
      Diese Peilbasis nutzt u.a. die BPol.

      Der nächste aktive Peiler zu Ollheim ist ca. 130km entfernt: Butzbach.
      eine Reaktivierung des Peilers Ollheim ist für die Nutzer der Peilbasis des Bundes
      nicht von Interesse.(Auftragszielgebiete-AZG)

      Vielleicht hat die BNetzA ein Interesse an diesem Peiler.
      Die BNetzA betreibt eine eigene Peilbasis ("OPAL" von Thales)
      Einige glauben, dass das Ortungssystem der BNetzA an der Peilbasis des Bundes angeschlossen ist.
      Dem ist nicht so!!!

      73 de Werner
      Hallo, im Bonner Generalanzeiger war diese Woche ein Artikel zum Peiler Ollheim bzw. Richtfunkstrecke Ollheim - Heimerzheim. Die Bundespolizei hat dazwischen gefunkt.
      Es sollen Windkraftanlagen im Bereich Ollheim u. Heimerzheim. Dadurch würden die Richtfunkstrecke der BP und die Antennenanlagen gestört. Insgesamt sollen derzeit 1,6 Millionen Euro in
      die Anlage investiert wären. Außerdem wäre die Sicherheit der BRD durch die Störung der Peilanlage gefährdet, da es die einzige Anlage sei, wo Funkafklärung betrieben würde.

      73
      Ede
      Hallo,
      die HF Peilbasis "OPAL" der BNetzA ist natürlich von Plath. Mein Fehler!
      Diese Peilbasis betreibt nur Peiler im Inland.
      Sie besteht aus 4 Peilstellen und ist auf der Nord/Süd Achse verteilt.
      Das System erlaubt nur Ortungen in Echtzeit.
      Eine Speicherung von Ortungsergebnissen, wie bei anderen Systemen, ist nicht vorgesehen!

      Im Kurzwellenbereich hat die BNetzA ein sehr schlechtes Ortungssystem!
      Alle Ortungen über 30Mhz funktionieren bestens!
      Die Ausstattung bei OPAL ist eigentlich sehr gut, die Peiler haben eine Genauigkeit von ca. 1°.
      Nur leider sind in allen Standorten die Gemeinden an die Peiler "herangewachsen" und sorgen für teilweise ungenaue Ortungen.
      Außerdem gibt es nicht nur die Nord/Süd-Achse sondern auch noch einen Peiler in Berlin. Aber die Basis ist mit ca 800 km für Ortungen in größerer Entfernung zu klein.

      73 de Roland

      AW: BPOL Heimerzheim

      Das sind doch Alles Watson-Watt Peiler, oder? Da bezweifel ich die 1° RMS Fehler. Die praktische Erfahrung zeigt, dass das bei niedrigen Elevationen und ohne Mehrwegeausbreitung ja klappen mag, sobald du aber mehrere Pfade hast und dazu noch Signale mit Elevation > 30° wird das eher zum Sektor-Schätzer bzw. das Ergebnis ist komplett falsch. Das Verfahren kann damit einfach nicht umgehen. Interferometer oder gleich SRDF ist hier immer besser geeignet und in der Zwischenzeit ja auch berechnungstechnisch problemlos handhabbar.

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